Als Benoît Groulx am Samstag nach dem 3:1-Erfolg gegen die SCL Tigers in den Katakomben der OYM Hall zu seinen ersten Tagen als EVZ-Trainer befragt wurde, zeigte er auf die Grossbuchstaben, die an der Wand kleben: «Passion for Success».
Der Kanadier sagte: «Ich denke, alle Fans, die im Stadion waren, haben gesehen, dass das Team mit Leidenschaft gespielt hat.»
Auch wenn der EV Zug die beiden Siege gegen den EHC Kloten (2:1) und die SCL Tigers mitunter dem formstarken Goa-lie Leonardo Genoni verdankt, hat Groulx offensichtlich die richtigen Knöpfe gedrückt, um einerseits resultattechnisch einen Schritt nach vorne zu machen und andererseits die mentale Befindlichkeit zu verbessern. «Siege bringen natürlich das Lächeln zurück. Die Stimmung ist sehr gut. Das macht die Arbeit auch für mich einfacher», sagte der Trainer gestern nach dem Training.Auch Stürmer Mike Kunzle nimmt eine veränderte Gemütslage wahr: «Man spürt, dass viel Druck abgefallen ist. Es wird mehr gelacht, trotzdem arbeiten wir im Training sehr konzentriert.
» Die Spielauslösung sei nun angepasst worden, erläutert Künzle. «Wir spielten teilweise zu kompliziert. Nun versuchen wir, das Spiel zu vereinfachen und uns gegenseitig besser zu unterstützen, so dass alle gemeinsam in den Angriff gehen.»
Drei Siege in Serie wären ein Novum
Es sind bisher nur zwei Spiele, die Groulx als Chef an der Bande miterlebte. Trotzdem lenkt der Kanadier die Mannschaft schon mal in die richtige Richtung. Das Team wirkt unerschrockener, mutiger, energetischer, aggressiver. Bis jetzt hatte der 57-Jährige zu wenig Zeit, um an Details zu feilen.Gemäss Groulx sei viel wichtiger, dass sich das Team an seine Vorgaben halte.
«Es spricht für die Qualität einer Mannschaft, wenn ich etwas von ihr verlange und sie es umsetzt. Während meiner Trainerkarriere war das nicht immer der Fall.»Die Ansprachen von Groulx im Training sowie vor und während der Spiele sind kurz und knackig. Nicht zu viele Informa-tionen, die Verwirrung stiften könnten, sollen auf die Spieler hereinprasseln. Bedeutsam ist für ihn ein intaktes Mannschaftsgefüge. Und in diesem Bereich versucht Groulx möglichst viel zu bewirken. Er wollte von den Spielern unter anderem hören, was ihnen fehlt und was sie sich wünschen. «Ich habe versucht, das Wir-Gefühl zu stärken. Es ist wichtig, diese Bindung zwischen Trainer und Spieler zu schaffen und Vertrauen aufzubauen», so Groulx.Beim EVZ wird seit langem davon geredet, endlich eine Siegesserie zu starten. Doch nur schon an der Aufgabe, drei Erfolge aneinanderzureihen,ist er bislang gescheitert.Lediglich Tabellenschlusslicht Ajoie teilt mit Zug das gleiche Schicksal.Heute bekommen die Zentralschweizer die nächste Gelegenheit, den dritten Sieg in Serie zu holen.Dabei könnte sich auch zeigen, wie stabil der Aufwärtstrend ist, denn mit dem HC Davos wartet die maximale Heraus Forderung.Die unangefochtenen Bündner grüssen seit Herbst von der Tabellenspitze.«Wollen wir eine Chance auf den Sieg haben, müssen wir ihren Speed und ihre Intensität mitgehen können», sagt Genoni.Der Goalie erzählt, die Siege hätten dem Innenleben des Teams extrem gutgetan. «Die Karten wurden neu gemischt.Das sieht man im Training. Die Intensität ist höher.Obwohl mich das eigentlich sehr ärgert.»Eine Ausserung, die als Seitenhieb in Richtung Mitspieler interpretiert werden kann.Denn fundamentale Dinge wie Kampf, Leidenschaft und Widerstandskraft liess die Mannschaft davor vermissen. Die Spieler verweigerten sich in den letzten Wochen unter dem entlassenen Headcoach Michael Liniger ziemlich allem.Genoni sagt, dass der neue Trainer eine klare Linie habe.«Er ist sehr direkt und spricht an, was ihm nicht passt.» Groulx setze die Messlatte hoch, was die professionelle Einstellung betreffe. «Das ist wichtig, und trotzdem sollte das auf unserem Level bei jedem Spieler Usus sein.
LZ