Medienberichte

Achte Liga-Pleite in Folge: Der EV Zug befindet sich im freien Fall – und der Sportchef kündigt Massnahmen an​

Die Krise spitzt sich zu. Auch das Spiel bei Genève-Servette bringt keine Trendwende. Offensiv harmlose Zuger verlieren 1:4 und bleiben in diesem Jahr noch immer sieglos.In der Saison 2023/24 hat der EV Zug unter Trainer Dan Tangnes acht Ligaspiele hintereinander verloren. Zwei Jahre später ist die Mannschaft am selben Punkt angelangt. Am Ende heisst es gegen Genève-Servette: wieder nichts, wieder kein Sieg, sondern eine verdiente 1:4-Niederlage. Der sportliche Absturz ist in vollem Gang. Die Fantasie, wie die Zuger den Weg aus dieser Krise finden sollen, können sie nicht wecken.
Damals, vor zwei Jahren, war die EVZ-Niederlagenserie weniger dramatisch. Das Team hielt sich im vorderen Tabellendrittel auf und musste nicht um die Playoff-Qualifikation bangen. Nicht so heuer: Auf Playoff-Rang sechs beträgt der Abstand bereits satte zwölf Punkte. Der EVZ läuft akut Gefahr, noch weiter durchgereicht zu werden.

Welch ein Kontrast zu den Genfern, die acht der letzten neun Partien zu ihren Gunsten entschieden haben. Kurz vor Weihnachten lagen der EVZ und Genève-Servette in der Tabelle eng beisammen. Nun haben die Westschweizer gegenüber den Zentralschweizern bereits ein Polster von 18 Punkten geschaffen.

Schreckliche Bilanz: Seit dem 30. Oktober auswärts sieglos​

Dramatisch liest sich die Auswärtsbilanz, die der EV Zug vorzuweisen hat. Mehr als elf Wochen sind vergangen (30. Oktober), als der letzte Sieg in der Fremde resultierte. Die Pleite in Genf ist die neunte Auswärtsniederlage in Folge. Auch wenn es zynisch klingen mag: Der Auftritt in Genf ist im Vergleich zur Blamage gegen Ajoie ein Schrittchen nach vorne. Bei numerischem Gleichstand hält der EV Zug einigermassen mit und kitzelt die letzten Kraftreserven nach dem strapaziösen Programm (viertes Spiel innert fünf Tagen) heraus. Dennoch: In Sachen Ruhe und Abgeklärtheit ist Zug dem Gegner unterlegen.
Die grosse Problemzone des EVZ bleibt das Toreschiessen. In diesem Jahr hat das Team nie mehr als zweimal pro Partie reüssiert. Es mangelt an Spielwitz und Spielideen, an Akteuren, die den Unterschied machen. Designierte Führungsspieler tauchen über weite Strecken ab und verstecken sich, statt Verantwortung zu übernehmen. So lässt sich kein Spiel gewinnen. Ein alarmierendes Signal in dieser entscheidenden Meisterschaftsphase.

Ganz anders beim Gegner: Dort sorgen in dieser Saison die Finnen für die Musik – und wie sie das tun: Die vier finnischen Spieler sind in den Top 5 der Genfer Skorerliste aufgelistet. Auch gegen Zug sammeln sie insgesamt fünf Punkte.
Bei der Führung (5.) patzt Verteidiger Livio Stadler, der den Puck einem Genfer serviert. Dann lässt das Boxplay den EVZ im Stich, Zug kassiert zwei Treffer in Unterzahl (24./31.). Mit Dominik Kubaliks zwischenzeitlichem Anschlusstor (30.) hätte das Momentum kippen können, doch Zug nimmt sich durch eine Strafe selbst aus dem Spiel. Und dann kommt auch noch Pech dazu: Via Schlittschuh von Jan Kovar (37.) kullert der Puck ins eigene Tor.

Stürmer Sven Leuenberger kann der Darbietung wenig Positives abgewinnen, aber will nichts von einer ausweglosen Lage wissen. Er fordert: «Wir müssen die kleinen Dinge zelebrieren, uns an diesen aufrichten, Emotionen kreieren. Wir haben keine andere Wahl. Uns hilft niemand aus diesem Loch.»

Sportchef Reto Kläy: «Zeitnah handeln, aber nicht überstürzt»​

Trainer Michael Liniger hat auf einen Befreiungsschlag gehofft, der nicht eingetreten ist. Wie lange trägt ihn die Geduld der sportlichen Führung? Klar ist: Der Ton wird rauer, im Umfeld, aber auch im inneren Zirkel. Denn was einst als «Projekt mit Perspektive» begann, droht nach weniger als einem Jahr zu scheitern.
Bislang wurde ein Trainerwechsel kategorisch ausgeschlossen. Angesprochen auf die Personalie Liniger, sagte Sportchef Reto Kläy am Samstag: «Mit Schnellschüssen ist niemandem gedient. Den Panikknopf zu drücken, ohne zu wissen, was danach folgt, ist nicht nachhaltig. Wir müssen und werden zeitnah handeln und Massnahmen treffen, aber nicht überstürzt.» Die Aussagen deuten darauf hin, dass das Bekenntnis zu Liniger nur für den Moment gilt und noch längst keine Garantie für einen längeren Verbleib ist. Was die angesprochenen Massnahmen im Detail bedeuten, will Kläy nicht näher erläutern.

Liniger selbst meint mit dem Blick vorne gerichtet: «Es gibt für mich keine andere Option, als mich auf das Team zu fokussieren. Ich weiss, zu was die Spieler eigentlich in der Lage wären. Ich gebe nicht auf und setze meine ganze Energie für diesen Klub ein.»Am Sonntag fliegt das Team von Genf nach Lulea, wo am Dienstag das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League bevorsteht. Der Glaube an den Final-Einzug ist da, wird unisono betont. Sven Leuenberger: «Wir sind in keiner guten Verfassung, das ist Fakt. Aber die Champions League ist ein anderer Wettbewerb. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können.» Die Hoffnung stirbt zuletzt.
 

Achte Liga-Pleite in Folge: Der EV Zug befindet sich im freien Fall – und der Sportchef kündigt Massnahmen an​

Die Krise spitzt sich zu. Auch das Spiel bei Genève-Servette bringt keine Trendwende. Offensiv harmlose Zuger verlieren 1:4 und bleiben in diesem Jahr noch immer sieglos.In der Saison 2023/24 hat der EV Zug unter Trainer Dan Tangnes acht Ligaspiele hintereinander verloren. Zwei Jahre später ist die Mannschaft am selben Punkt angelangt. Am Ende heisst es gegen Genève-Servette: wieder nichts, wieder kein Sieg, sondern eine verdiente 1:4-Niederlage. Der sportliche Absturz ist in vollem Gang. Die Fantasie, wie die Zuger den Weg aus dieser Krise finden sollen, können sie nicht wecken.
Damals, vor zwei Jahren, war die EVZ-Niederlagenserie weniger dramatisch. Das Team hielt sich im vorderen Tabellendrittel auf und musste nicht um die Playoff-Qualifikation bangen. Nicht so heuer: Auf Playoff-Rang sechs beträgt der Abstand bereits satte zwölf Punkte. Der EVZ läuft akut Gefahr, noch weiter durchgereicht zu werden.

Welch ein Kontrast zu den Genfern, die acht der letzten neun Partien zu ihren Gunsten entschieden haben. Kurz vor Weihnachten lagen der EVZ und Genève-Servette in der Tabelle eng beisammen. Nun haben die Westschweizer gegenüber den Zentralschweizern bereits ein Polster von 18 Punkten geschaffen.

Schreckliche Bilanz: Seit dem 30. Oktober auswärts sieglos​

Dramatisch liest sich die Auswärtsbilanz, die der EV Zug vorzuweisen hat. Mehr als elf Wochen sind vergangen (30. Oktober), als der letzte Sieg in der Fremde resultierte. Die Pleite in Genf ist die neunte Auswärtsniederlage in Folge. Auch wenn es zynisch klingen mag: Der Auftritt in Genf ist im Vergleich zur Blamage gegen Ajoie ein Schrittchen nach vorne. Bei numerischem Gleichstand hält der EV Zug einigermassen mit und kitzelt die letzten Kraftreserven nach dem strapaziösen Programm (viertes Spiel innert fünf Tagen) heraus. Dennoch: In Sachen Ruhe und Abgeklärtheit ist Zug dem Gegner unterlegen.
Die grosse Problemzone des EVZ bleibt das Toreschiessen. In diesem Jahr hat das Team nie mehr als zweimal pro Partie reüssiert. Es mangelt an Spielwitz und Spielideen, an Akteuren, die den Unterschied machen. Designierte Führungsspieler tauchen über weite Strecken ab und verstecken sich, statt Verantwortung zu übernehmen. So lässt sich kein Spiel gewinnen. Ein alarmierendes Signal in dieser entscheidenden Meisterschaftsphase.

Ganz anders beim Gegner: Dort sorgen in dieser Saison die Finnen für die Musik – und wie sie das tun: Die vier finnischen Spieler sind in den Top 5 der Genfer Skorerliste aufgelistet. Auch gegen Zug sammeln sie insgesamt fünf Punkte.
Bei der Führung (5.) patzt Verteidiger Livio Stadler, der den Puck einem Genfer serviert. Dann lässt das Boxplay den EVZ im Stich, Zug kassiert zwei Treffer in Unterzahl (24./31.). Mit Dominik Kubaliks zwischenzeitlichem Anschlusstor (30.) hätte das Momentum kippen können, doch Zug nimmt sich durch eine Strafe selbst aus dem Spiel. Und dann kommt auch noch Pech dazu: Via Schlittschuh von Jan Kovar (37.) kullert der Puck ins eigene Tor.

Stürmer Sven Leuenberger kann der Darbietung wenig Positives abgewinnen, aber will nichts von einer ausweglosen Lage wissen. Er fordert: «Wir müssen die kleinen Dinge zelebrieren, uns an diesen aufrichten, Emotionen kreieren. Wir haben keine andere Wahl. Uns hilft niemand aus diesem Loch.»

Sportchef Reto Kläy: «Zeitnah handeln, aber nicht überstürzt»​

Trainer Michael Liniger hat auf einen Befreiungsschlag gehofft, der nicht eingetreten ist. Wie lange trägt ihn die Geduld der sportlichen Führung? Klar ist: Der Ton wird rauer, im Umfeld, aber auch im inneren Zirkel. Denn was einst als «Projekt mit Perspektive» begann, droht nach weniger als einem Jahr zu scheitern.
Bislang wurde ein Trainerwechsel kategorisch ausgeschlossen. Angesprochen auf die Personalie Liniger, sagte Sportchef Reto Kläy am Samstag: «Mit Schnellschüssen ist niemandem gedient. Den Panikknopf zu drücken, ohne zu wissen, was danach folgt, ist nicht nachhaltig. Wir müssen und werden zeitnah handeln und Massnahmen treffen, aber nicht überstürzt.» Die Aussagen deuten darauf hin, dass das Bekenntnis zu Liniger nur für den Moment gilt und noch längst keine Garantie für einen längeren Verbleib ist. Was die angesprochenen Massnahmen im Detail bedeuten, will Kläy nicht näher erläutern.

Liniger selbst meint mit dem Blick vorne gerichtet: «Es gibt für mich keine andere Option, als mich auf das Team zu fokussieren. Ich weiss, zu was die Spieler eigentlich in der Lage wären. Ich gebe nicht auf und setze meine ganze Energie für diesen Klub ein.»Am Sonntag fliegt das Team von Genf nach Lulea, wo am Dienstag das Halbfinal-Rückspiel in der Champions League bevorsteht. Der Glaube an den Final-Einzug ist da, wird unisono betont. Sven Leuenberger: «Wir sind in keiner guten Verfassung, das ist Fakt. Aber die Champions League ist ein anderer Wettbewerb. Ich bin überzeugt, dass wir es schaffen können.» Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ein wahrer "Beobachter", vielleicht könnte Kläy auch einfach ein Saisonabo kaufen und im Stadion beobachten gehen, da würde man wohl mehr sehen...
 
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