Medienberichte

Das «Schweizer Sackmesser» aus Schweden

Der EV Zug schien in der Viertelfinal-Serie am Boden und ist im letzten Moment aufgestanden. Mittendrin: Stürmer Andreas Wingerli.

Andreas wer? Als erstmals in der Schweiz das Gerücht die Runde machte, dass ein gewisser Andreas Wingerli ab der Saison 2023/24 beim EV Zug unterkommen soll, rümpften nicht wenige die Nase. Ein 173 Zentimeter kleiner Stürmer mit
einem«Fliegengewicht» von 80 Kilogramm mit durchschnittlichen Skorerwerten als Verstärkung?«Ich hoffe inständig, dass wir den Wingerli nicht verpflichten», lautete damals ein Kommentar. Zu klein, zu leicht, zu unproduktiv. Nicht wenige Bemerkungen wurden in dieser Tonlage formuliert.Doch Wingerli strafte seine Kritiker Lügen. Nach ein wenig Anlaufzeit ist er seither jener Spieler mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Sein grosser Pluspunkt: die Mentalität.Der 28-Jährige aus Schweden geht nicht mit Worten, sondern mit Leistung voran. Unermüdlich und furchtlos fährt er den Gegenspielern unter die Haut.Wie auch am Donnerstag beim ersten EVZ-Sieg in dieser Viertelfinal-Serie, als er nicht nur wegen seiner beiden Tore auffiel, sondern durch gewonnene Zweikämpfe und Puckeroberungen.Benoit Groulx hat den Namen Andreas Wingerli vor seinem Trainer-Engagement in Zug nie gehört. Allerdings überrascht dies wenig, da Groulx bis auf wenige Ausnahmen niemand aus dem EVZ-Ensemble kannte. Was er sieht, imponiert ihm: «‹Wingi› spielt so, als ob er in seiner Karriere nichts geschenkt bekommen hat und sich alles erarbeiten musste. Das sieht man auf und neben dem Eis. Er arbeitet hart und denkt immer an die Mannschaft.»Groulx bezeichnet ihn als «Schweizer Sackmesser». Ein Spieler, der in allen Situationen und auf allen Positionen eingesetzt werden kann.

Betreuer über Wingerli:
«Er ist sehr bescheiden»


Wingerli ist ein Wettkampftyp und physisch seit eh und je in einer Top-Verfassung. Dies demonstrierte er bereits bei seinem früheren Klub Skelleftea AIK in seiner Heimat im teaminternen Triathlon, der «Thomson Trophy». Der Contest bestehend aus Schwimmen, Velofahren, Laufen und weiteren Aktivitäten wird jeweils im Juni vor der Sommervorbereitung durchgeführt. Bei seinen sieben Teilnahmen triumphierte er fünfmal.
Wingerli ist ein Energiespieler, der Chaos in der gegnerischen Zone stiftet. Er besticht durch Lauf und Einsatzbereitschaft. Aber was oft untergeht:Wingerli überzeugt mit einem ausgeprägten Spielverständnis.
Und seit er beim EV Zug unter Vertrag steht, gehört er zu den löblichen
Ausnahmen, deren Leistungen selten unter einen Mindeststandard
fallen.Was den Schweden im Vergleich zu anderen Spielern unterscheidet: Er gilt als sehr pflegeleicht, kostengünstig im Unterhalt, gut erzogen, frei von Allüren. Ein langjähriger und enger Betreuer des EV Zug sagt: «Er ist sehr bescheiden und immer höflich. Er hat sich noch nie über irgendetwas beschwert.»Hat Wingerli seine Hockey-Montur einmal abgelegt, ist er eher ruhig und zurückhaltend.Als «recht gut» bewertet der Doppeltorschütze seine Leistung. Bescheiden eben. «Es sind nicht primär Tore, mit denen ich dem Team helfen möchte.»Wingerli hat Glück, dass er in dieser Saison überhaupt noch auf dem Eis stehen kann. Im letzten Spiel vor der Olympia-Pause verletzte er sich wenige Minuten vor Schluss am Knie.Ihn beschlich ein ungutes Gefühl: «Mein erster Gedanke war: Die Saison ist vorbei.» Zu Beginn der Reha konnte er kaum gehen, alltägliche, scheinbar einfache Dinge fielen ihm schwer. «Es ging dann jeden Tag besser. Heute fühle ich mich richtig gut.»Einen Andreas Wingerli in Top-Form kann der EV Zug benötigen, weil andere Spieler momentan nicht an ihr Leistungsvermögen herankommen. Anknüpfen müssen die Zentral-schweizer am Donnerstagabend, wo sie mit einer reifen und abgeklärten Darbietung überzeugten. Verunsi-chert? Entmutigt? Oder gar verzweifelt? Mitnichten. Mit dem drohenden Saisonende vor Augen ist Zug in die Serie zurückgekehrt und sieht Licht am Ende des Tunnels. Zu hoch bewertet den Erfolg niemand.
Wingerli sagt: «Wir haben eine Mission und sind noch nicht da, wo wir hinwollen.» An Wingerlis Arbeitseifer soll es nicht scheitern, dass der HC Davos heute im fünften Duell noch mehr ins Schwitzen kommt.

LZ
 
Lino Martschini: «Ich habe noch ein paar gute Jahre vor mir»

Der 33-jährige EVZ-Flügelstürmer hat im Oktober einen Kreuzbandriss erlitten. Sein Aufbautraining verläuft nach Plan: Im August will er mit den Teamkollegen wieder auf dem Eis stehen - und sich für einen neuen Vertrag aufdrängen.

In den sozialen Medien kursiert ein Video, das Lino Martschini in der Zuger Fankurve zeigt. Er hält ein Megafon und stimmt ein Lied an. Die Fans singen und skandieren seinen Namen. Im Play-In in Rapperswil war das.Martschini war mit dem Fancar angereist und mischte sich in der St. Galler Kantonalbank Arena unters Publikum, so hatte er es vorgängig mit einem Anhänger abgemacht. Der EVZ verlor das Spiel mit 1:2, qualifizierte sich aber dennoch für die Playoffs. Martschini sagt: «Ich war mit 15 letztmals in der Kurve. Es hat grossen Spass gemacht, und es war ein erfolgreicher Abend für uns alle.»
Mit dieser Aktion wollte Martschini den Fans etwas zurückgeben. «Seit meiner Kindheit beim EVZ spüre ich von allen Seiten nur Unterstützung - egal, ob ich eine schlechte Phase habe oder gut spiele», sagt er.«Ich werde immer mit Respekt behandelt. Der Klub lebt vom Support der Fans. Wir sind wie eine grosse Familie.» Dass sich Martschini überhaupt zu den Fans gesellen konnte, hat einen Grund: Der Flügelstürmer verletzte sich Ende Oktober im Spiel gegen Langnau gravierend. Bei einer Direktabnahme legte er sich in den Schuss - genau so, wie er es tagtäglich übt.Doch diesmal blieb er mit dem Schlittschuh hängen, knickte ein und fiel über die eigenen Beine. «Zum ersten Mal musste ich ein Spiel vorzeitig beenden», sagt Martschini. Die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss-
Meniskusschaden und Saisonaus.Beim Zuschauen wird er nervös Es ist die erste schwere Verletzung in Martschinis Karriere und dies in seiner 14. Saison als Profi.«Am Anfang war es schwierig. Es tut schon weh, nicht aufs Eis gehen zu können.Aber ich versuche, mit einem Lächeln ins Aufbautraining zu kommen», sagt der 33-jährige Luzerner. Wichtig ist für ihn, dass er Fortschritte sieht. Er hat sich Wochenziele gesetzt, in kleinen Etappen kann er Erfolgserlebnisse feiern. Mittlerweile macht er wieder umfangreiche Kraftübungen und Sprünge. Ab August will er vollumfänglich mit dem Team trainieren. Martschini sagt: «Es braucht viel Selbstdisziplin, aber ich bin schon etwas stolz auf meine Entwicklung. Der Fahrplan stimmt. Und ich fühlte mich bei den Ärzten und in der Reha stets gut aufgehoben.»Eine grosse Rolle spielt auch die Unterstützung der Familie.Durch den geregelten Arbeitstag hatte er genug Zeit, Sohn Elliot, 4, ins Hockeytraining und Tochter Riley, 6, zum Kunsturnen und Eiskunstlaufen zu begleiten. Er schätzt es auch, dass er gelegentlich an einem Spieltag zu Hause in Buchrain gemütlich mit seiner Frau Cynthia kochen kann. Die Heimspiele verfolgt er fur gewöhnlich auf der
Medientribune in der Halle. «Ich bin ein nervöser Zuschauer und fühle mich wie ein Fan. Ich bin schon fast vom Sitz gefallen, weil ich so mitfiebere», sagt Martschini mit
einem Schmunzeln. Mit den Teamkollegen tauscht er sich
täglich aus. «Die Glücksgefühle auf dem Eis, zum Beispiel nach einem Tor oder einem Sieg, vermisse ich am meisten.»

Der EVZ ist sein Herzensklub

Tore und Siege konnte Martschini mit dem EV Zug schon oft feiern.Seine Explosivität, seine Dynamik und sein Instinkt haben dem Team in dieser Saison merklich gefehlt. 744 Spiele hat der wirbelige Stürmer für den EVZ in der höchsten Liga bereits bestritten und dabei 260 Treffer erzielt, gleich viele wie die Zuger Legende Heinz Jenni. Noch ein Tor fehlt ihm für den alleinigen klubeigenen Rekord. Lino Martschini ist eine Identifikationsfigur in der Organisation, ein Fan-Liebling. Sein Vertrag läuft im kommenden Jahr aus. Und es ist kein Geheimnis, dass er gerne in Zug bleiben würde. Er sagt: «Der EVZ ist mein
Herzensklub.»Klar habe er sich schon Gedanken darüber gemacht, was nach seiner Profikarriere folgen wurde. Derzeit absolviert er eine Ausbildung in Sportmanagement. Während der Verletzungspause ist ihm aber klar ge-worden: Er sieht sich weiterhin als Spieler. «Ich weiss, dass ich noch ein paar gute jahre vor mir habe. Aber mir ist auch bewusst, dass es ein Business ist. Ich will mir definitiv einen neuen Vertrag erspielen.» Die Fans jedenfalls würden sich bestimmt freuen, wenn Lino Martschini ihnen noch lange erhalten bliebe am liebsten natürlich auf dem Eis.

LZ
 
Das Problem ist, dass RB meist nicht einfach nur zahlt um ihre Werbung zu platzieren, sondern auch mitbrstimmen möchte. Oder dass mit viel Geld marode Clubs übernommen werden und aufgebläht werden und alles was da war abrasiert wird.
Ist das nicht das Argument genau für de ZKB Song? 😂 Inwiefern ist es anders wenns um Red Bull geht?
Meinst du vielleicht ein bisschen wie wir es tun mit der Frauen Mannschaft?
Die Nachwuchsförderung von Spielern bei Red Bull im Fussball und Eishockey lässt sich zeigen.
 
Ist das nicht das Argument genau für de ZKB Song? 😂 Inwiefern ist es anders wenns um Red Bull geht?
Meinst du vielleicht ein bisschen wie wir es tun mit der Frauen Mannschaft?
Die Nachwuchsförderung von Spielern bei Red Bull im Fussball und Eishockey lässt sich zeigen.
Wo genau will die ZKB mitbestimmen? Es wird ihre Werbung gezeigt, thats it! Früher waren die Werbungen top, die aktuelle eher ein Griff ins …
Nie aber wollte die ZKB einen Platz im Verwaltungsrat oder andere Führungspositionen besetzen. RB im Gegensatz wie schon geschriebenganze Clubs aufgekauft, worauf kein Stein auf dem andern blieb, auf sämtliche Werte der Vergangenheit gegfiffen wurde und ein neues künstliches Produkt geschaffen wurde.
 
Wo genau will die ZKB mitbestimmen? Es wird ihre Werbung gezeigt, thats it! Früher waren die Werbungen top, die aktuelle eher ein Griff ins …
Nie aber wollte die ZKB einen Platz im Verwaltungsrat oder andere Führungspositionen besetzen. RB im Gegensatz wie schon geschriebenganze Clubs aufgekauft, worauf kein Stein auf dem andern blieb, auf sämtliche Werte der Vergangenheit gegfiffen wurde und ein neues künstliches Produkt geschaffen wurde.
Du verwechselst Zeugs. Sag mir bitte wie Redbull, mit den laut Gerüchten 100k die jedem Klub ausgeschüttet werden sollen?
Und wenn Red Bull einen Klub kauft, ist es legitim, dass sie auch im Verwaltungsrat etc. ist. vertreten sind...

Ob die vorherige Werbung gut war? Kann mich nicht erinnern.
Ich kann aber sagen ob ZKB Song mit dem Präsident, Suri, ect. oder der EVZ Torsong, da sieht man doch einen grossen Unterschied zwischen was das Management als "cool" und "toll" empfindet und was die Zuschauer finden.
 
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