Zwei Spiele, zwei Niederlagen: Es sind schmerzhafte Tage für den EVZ – vor allem auch für Dominik Kubalik. Er äussert sich zu seiner Degradierung.
Philipp Zurfluh
Zeigt EVZ-Stürmer Dominik Kubalik am Dienstag in Davos eine Reaktion?
Dominik Kubalik sitzt in einem Playoff-Spiel aufgrund von sportlichen Gründen nur auf der Tribüne : Hätte das jemand vor der Saison prognostiziert, wäre er ziemlich schräg angeschaut worden. Doch genau das wurde am Sonntag Realität. Der EVZ-Topskorer war im zweiten Viertelfinal-Spiel gegen den HC Davos überzählig. Selbstredend schmeckte das dem tschechischen Stürmer nicht: «Als Profi willst du immer spielen. Es war schwierig, das Spiel von aussen mitansehen zu müssen. Man fühlt sich hilflos.»
Wer nur auf die Statistik schaut, denkt sich: Der Trainer ist nicht ganz bei Sinnen. Warum verzichtet er freiwillig auf den besten Zuger Torschützen? Mit 39 Skorerpunkten (22 Tore, 17 Assists) aus 49 Spielen führt Kubalik die interne Wertung deutlich an. Doch die nackten Zahlen bilden eben nur die halbe Wahrheit ab. Seine Formkurve zeigt abwärts (zwei Tore aus den letzten zwölf Partien). Elementar ist auch, wie die Darbietungen von Kubalik zu bewerten sind, wenn er den Puck nicht am Stock hat. Und hier hat der 30-Jährige nicht erfüllt. Die Übermittlung des drastischen Entscheids, dass er nicht spiele, sei zwar kein Schock gewesen, aber: «Ein klares Zeichen in meine Richtung und eine Reaktion auf meine Leistungen, die nicht genügen.»
Groulx: «Es gibt keine Sonderbehandlungen»
Vom Fixstarter zum Ersatzmann: Ein Denkzettel, den Kubalik durchaus im Stolz getroffen haben dürfte. Denn er galt im Sommer als
Königstransfer . Er ist einer, der Spiele im Alleingang entscheiden kann. Ein Kunstschütze für die besonderen Momente. Er habe jüngst nicht auf dem Level performt, das er von sich erwarte, sagt Kubalik. «Ich kann mich in allen Bereichen verbessern.» So müsse er wieder häufiger den Torschuss suchen. «Es liegt an mir, zu zeigen, dass ich unverzichtbar bin.»
Es sind selbstkritische Voten, welche der
im Januar ins Amt gehievte EVZ-Trainer Benoît Groulx erfreut zur Kenntnis nehmen dürfte. Er gilt als starker Charakter, als Mann mit einer klaren Linie, der nicht zu Kompromissen bereit ist. Beim Frankokanadier gibt es keine Stammplatz-Garantien. Er schreckt auch vor grossen Namen nicht zurück. Für ihn zählt das Leistungsprinzip, nicht das Renommee eines Spielers. Es sind sportliche Gründe, weshalb Kubalik mit der Reservistenrolle vorliebnehmen musste. «Es war ein harter Entscheid. Ich mache die Aufstellung nach gewissen Kriterien, welche den Spielern bekannt sind», argumentiert Groulx. Heisst übersetzt: Kubalik genügte den Ansprüchen nicht. «Es geht um Leistungsbereitschaft. Er muss sich ins Spiel hineinkämpfen.» Groulx erläutert, dass er mit jedem Spieler nach denselben Standards umgehe. «Es gibt keine Sonderbehandlungen, es geht um den Team-First-Gedanken.»
Man kann den Trainer dafür kritisieren, den besten Torschützen übergangen zu haben. Schliesslich haben weder Jan Kovar, Daniel Vozenilek noch Tomas Tatar zuletzt mit ihren Vorstellungen gute Bewerbungsschreiben abgegeben. Kubaliks Degradierung sei eine «starke Botschaft» gewesen, führt Groulx aus und beteuert: «Ich habe viel Vertrauen in ihn.» Nun sei der Spieler am Zug.
Die Enttäuschung im EVZ-Lager nach der bitteren, weil vermeidbaren 0:2-Niederlage gegen Davos war gross. Der fehlende Killerinstinkt hat die Zuger um die Früchte ihres über weite Strecken gelungenen Auftritts gebracht. Der EVZ hätte in dieser Serie beide Spiele gewinnen können, ja sogar müssen. Ein Umstand, den Groulx hervorstreicht: «Wir haben einen guten Job gemacht, doch gegen Davos reicht das noch nicht. Wir müssen unser bestes Hockey auspacken.»
Am Dienstag findet das dritte Duell mit dem HC Davos statt. Ob bei Kubalik die Botschaft angekommen ist? Ob ein Jetzt-erst-recht-Effekt eintritt? Es wäre ganz im Sinne des EV Zug.