Hier ist eine ganz wilde Theorie, die möglicherweise nicht viel mit der Wahrheit zu tun hat, aber ich will die Möglichkeit in den Raum stellen:
Liniger stiess in der Saison 23/24 zum EVZ und find als Assistent an mitzuwirken. Jene Saison beendete man auf Platz 4 und im PO-Halbfinale durch einen Sweep der Zürcher, nachdem bereits das Viertelfinale ein grosser Chnorz war. Die Saison war der Anfang von Dans schwindender Magie. Sehr wahrscheinlich, weil er aufgrund seiner familiären Situation und den ganzen Gedanken rund um den Club nicht mehr 100% bei der Sache war.
Nach der Saison 23/24, im November 2024, verkündete Dan, dass es seine letzte Saison in Zug sein würde.
Ich gehe anhand seiner Aussagen in Interviews davon aus, dass der Gedanke, die Schweiz zu verlassen, bereits einige Monate zuvor aufkam. Und so wie ich Dan einschätzen würde, ist er ein sehr korrekter und offener Mensch, was hiesse, er hat Lengwiler und Kläy wahrscheinlich schon im Sommer über seine Überlegungen in Kenntnis gesetzt.
Dies wiederum könnte dazu geführt haben, dass Liniger bereits zu Anfang der Saison 24/25 langsam etwas mehr Kompetenzen übertragen wurden, das wurde aber selbstverständlich vor dem Team nicht so kommuniziert - das wär ein fataler Fehler gewesen.
Dans Magie war also weg, seine Konzentration sicherlich zumindest zeitweise bei seiner Tochter und die Gegner hatten sich mittlerweile auf seine Taktik und sein System eingestellt. Dazu übernahm jemand, welcher zwar noch wenig Erfahrung besass, aber Dans Methoden und die Organisation bestens kannte. Man erhoffte sich somit also einen nahtlosen und erfolgreichen Übergang mit Fortsetzung des Bekannten. Weil für wirklich eigene Ideen war Liniger als Trainer wohl schlicht noch zu grün hinter den Ohren.
24/25 schloss man zwar ebenfalls auf Platz 4 ab, aber jeder wusste bereits im Vorfeld, dass man die Playoffs wird vergessen können. Und so kam es dann auch. Tschüss im Viertelfinale, recht sang- und klanglos.
Vielleicht spürte man hier bereits den Einfluss von Liniger und während der Saison konnte man noch zeitweise von Dans Coaching und den letzten Jahren zehren, das alles verflog dann aber unter Druck ziemlich schnell.
Möglicherweise hätte man zu diesem Zeitpunkt bereits erkennen können, dass es mit Liniger an der Bande nicht funktionieren wird. Aber die Tinte war längst trocken, ein Zurückrudern gab es nicht. Und so musste man dies eben offiziell starten und gute Miene zum bösen Spiel machen.
Hierbei ist auch nicht zu vergessen, dass das Team unter diesen Umständen längst ahnte, wie die Saison ggf. laufen könnte, was auch die diversen lustlosen und blutleeren Auftritte erklären würde. Die schlichen sich ja sehr schnell ein, das ist nicht erst seit kurzem der Fall.
Zwischendurch gab es ein Aufbäumen, welches die Spieler wohl ihrem eigenen Ehrgeiz zu verdanken hatten.
Aber vergleichen wir es mit einem Job bei dem du mit dem Chef oder deinem Team nicht klarkommst: an manchen Tagen läufts dir trotz allem, du bist effizient und speditiv, bis du wieder einen leichten Dämpfer erhälst und dir zu diesem Zeitpunkt wieder klar wird, dass du hier eigentlich gar nicht sein willst; aber der Wechsel halt auch nicht so simpel ist. Und schon bist du im Trott gefangen, bei dem die meisten Tage irgendwie mies sind.
Ist bei unseren Spielern möglicherweise nichtmal grossartig anders.