Inklusive Billiardspiel mit den Spielern.
Einige Spieler müssen sich da doch vorkommen wie Zirkusäffchen?
"Hier ist einer unserer Sponsoren, jetzt spielt mal Billard mit dem".
was soll das denn?
Es ist ja ansich normal, dass ein Sponsor ab einem gewissen Betrag auch gewisse Vorteile geniesst. Dazu kann gehören dass man mal das Team kennenlernt, vielleicht isst man auch mal mit der Mannschaft oder schaut ihnen beim Training zu. Dazu natürlich die VIP Loge oder sonstigen Kram - und das ist ja auch alles in Ordnung und ich bin mir sehr sicher, dass manch andere Clubs das auch haben und anbieten.
Aber wenn es dann soweit ist, dass anderen den Zugang zu den Katakomben gewährt wird, dass man sie gar in die Kabine lässt, dass die Spieler auch neben dem Eis zu ihrer Unterhaltung dienen, dann ist es nur noch ein Franchisezirkus und nichts weiter.
Ich als Profisportler käm mir da nicht nur verarscht, sondern auch v.a. nicht ernstgenommen vor.
Und wenn so was hierhin vorstösst, dann wissen andere Mannschaften längst auch davon. Wer nimmt einen solchen EVZ denn noch ernst?
Meine Welt war besser als ich diese Infos noch nicht hatte. Ich finde das ganz, ganz furchtbar. Und die Spieler tun mir leid. Und ich finde immer mehr Verständnis für all jene, welche dieses Etablissement verlassen haben, wollen und werden.
Da spiel ich lieber bei einem Dorfclub im Emmental, in der Stadt der Rosen oder sonstwo, wo das Leder auf der Hantelbank mal ausgewechselt werden müsste und die Hantelscheiben Schrammen haben.
Wie soll sich unter solchen Umständen so was wie ein regelkonform-aggressives Eishockey entwickeln?
Ich meine damit nicht "Eishockey ist ein harter Männersport und wenn die Haare auf deiner Brust nicht mindestens 30cm lang sind und du früh morgens Patronenhülsen kaust, dann hast du da nichts verloren".
Ich meine, dass Eishockey durchaus eine explosive Härte und Aggressivität hat und mit sich bringt, ja eigentlich sogar gefordert wird. Und es geht nur voran, wenn du ein Team hast, wo jeder für jeden durchs Feuer geht und du genau weisst, wann der Mann neben dir das nächste mal furzen wird.
Der Unterschied zum Zirkus? Die Artisten dort wechseln immer wieder, weil es wanderndes Volk ist. Aber die Musik welche die Manege begleitet, ist bereits sehr ähnlich.
Im verlinkten Instagram Video, in welchem Strebel kaum hörbar die starting 5 vorliest, ist eigentlich schon zu sehen welchen Standpunkt Liniger in der Kabine hatte. Ja, man hört ihm zu, aber wo ist seine Präsenz? Dan betrat den Raum und er hatte ihn für sich. Das war seine Aura, das war seine Ausstrahlung und Kompetenz; alles was er mit sich brachte. Er musste dafür nichtmal laut sein. Aber er konnte es, wenn er es wollte und musste.
Liniger ist körperlich anwesend. Aber er wirkt auf mich schon in diesem Video nicht wie ein NL Coach. Und das ist 18 Wochen her, lang vor der aktuellen Misere.
Das Credo sollte nicht "keep building" lauten, sondern "start rebuilding". Und der Club muss sich wieder mehr von Strebel abkoppeln.
Ihm darf der Club als Mäzen noch immer gehören, mit diversem was das so an Plfichten und Rechten mit sich bringt, aber damit hat sich's.
Es ist nicht der Eissportverein Strebel & co., es ist der Eissportverein Zug. Du kommst nicht mehr in die Kabine, wir besuchen das OYM fürs Gym (die Geräte ansich sind ja alle exzellent) und feilen an unserer Schusstechnik & co., aber wir wohnen nicht mehr da. Wir gehen zurück auf klassisches Eis- und Krafttraining, mit einer Sportlerdiät. Proteine, gesunde Fette, Vitamine und ein paar Kohlenhydrate. Das ist keine Wissenschaft, sondern verdammt simpel. Und sobald es nur geht, verschwinden die verdammten 3 Buchstaben von der Arena. Fertig.
Und wenn das dem Hämpe nicht passt, dann findet man ganz bestimmt jemand anderen der den Club übernimmt.