Ihm nun die Schuld in die Schuhe zu schieben, geht überhaupt nicht.
Unterschreibe ich.
Im Statement steht eigentlich, der Club hat ihm alle Mittel zur Verfügung gestellt, aber er ist gescheitert.
Das ist zwar nicht per se falsch, aber es ist auch nicht ganz korrekt.
In erster Linie war es ein Versagen von Lengwiler und Kläy, das überhaupt so aufgezogen zu haben.
Man hat sich Anfangs Saison (respektive Ende 24/25) hingestellt und klar gesagt, dass der Meistertitel das deklarierte Ziel ist. Fair enough.
Allerdings hat man dann einen Trainer ohne echte Erfahrung engagiert, der dieses Ziel hätte erreichen sollen. Per Definition von oben wäre somit eigentlich alles unterhalb einer Halbfinalqualifikation als "nicht erreicht" zu markieren gewesen.
Wer das erklärte Ziel hat, um den Titel zu spielen, muss alle entsprechenden Auflagen erfüllen. Da ist zum einen das Spielermaterial, welches durchaus vorhanden ist, aber auch der Staff.
Ein Rennwagen alleine gewinnt mit Motor, Rädern und einem Chassis kein Rennen; sondern es braucht auch einen entsprechenden Piloten der kein Rookie ist. Und das war hier nicht gegeben.
Hätte man von Beginn weg kommuniert, dass man mit Michael Liniger etwas neues aufbauen möchte und sich die direkte PO Qualifikation als Ziel setzt, hätte das natürlich im ersten Moment für Häme gesorgt. Ein Club wie Zug, der nur die POs als Ziel definiert? Was soll das? Aber unter Liniger wäre genau diese Erwartungshaltung die einzig richtige gewesen und wäre man tatsächlich weiter vorgestossen, hätte man dies als dankbares Geschenk genommen.
Siehe die soeben bekanntgemachte Verpflichtung von Dubé seitens EHC Biel. Das Ziel ist, das Team wieder auf Kurs zu bringen, weg von Platz 11. Es wird nichtmal direkt kommuniziert, dass man die direkten PO erreichen ode rnächstes Jahr um den Titel spielen will. Es geht nur um eine Kurskorrektur.
Lugano wollte mit Gianninazzi auch nicht ganz vorne mitmischen, es war klar dass dies nicht realistisch ist. Aber man wollte etwas versuchen und hat dies über einen erstaunlich langen Zeitraum durchgezogen und erst abgebrochen als man die Stagnation einsehen musste.
Hätte man Ziele und Erwartungshaltung unter Liniger anders definiert, wäre er wahrscheinlich noch hier, inklusive nächster Saison. Aber dann hätte man auch nicht die Unsummen für Tatar und Kuba ausgeben müssen.
Michael Liniger hat getan was er konnte. Sein Skillset war schlicht noch nicht ausgereift genug um in der NL als Coach eines Clubs wie dem EVZ standzuhalten und dabei nicht nur um die PO sondern sogar um den Titel mitzuspielen. Und ich fände es extrem seltsam, wenn sich Lengwiler und Kläy dessen nicht bewusst waren.
Man darf Experimente eingehen, klar. Aber dann lasst alle wissen, dass es ein Experiment und ein Umbruch werden wird.
Liniger wird nun als Sündenbock hingestellt und die Clubführung spricht sich in erster Instanz der Schuld frei. Find ich überhaupt nicht in Ordnung. Die Verpflichtung des Coaching Staffs geht auf eure Kappe, Liniger wird euch kaum bestochen haben damit er den Job haben kann.
Er wurde zum falschen Zeitpunkt von den falschen Leuten für den falschen Club engagiert.
Wir haben uns über das Spiel unter ihm geärgert und uns auch mehr Leidenschaft, Emotion und Kommunikation seinerseits gewünscht. Aber Schuld an dieser Misere ist er nicht.