Es wird gerne der Fehler gemacht, P.F. mit unsereins zu vergleichen.
Er war der Headcoach der Nationalmannschaft, eine Figur des öffentlichen Lebens, jemand der auch mit Awards ausgezeichnet wurde. Je mehr du im Fokus der Öffentlichkeit stehst, desto mehr lösen auch kleinere Fehltritte ein entsprechendes Beben aus. Und das war nunmal etwas grösseres, was mit einer einfach Busse nicht erledigt ist - auch wenn es sich dabei um eine mächtige Summe handelt.
Er hat sich über klar definierte Regeln hinweg gesetzt, und war sich dessen vollends bewusst. Er hat dazu nicht nur einen illegalen Weg eingeschlagen um jenes Ziel zu erreichen, sondern hat dabei neben seiner Karriere auch ein Turnier und seine Spieler gefährdet. Und bei Sportlern redet man allgemein gerne mal von Vorbildern. Da kommt also einfach zu viel zusammen.
Wenn wir das versuchen wollen mit der Privatwirtschaft zu vergleichen:
wenn ich zur Covid Zeit einen Grosskunden im Ausland hätte besuchen müssen/wollen um einen Deal abzuschliessen und für jene Reise eine Quarantäne oder ein Zertifikat nötig gewesen wäre, ich letzteres aber gefälscht hatte um das über die Bühne zu bringen; der Deal wär durch gewesen und jahre später stellt sich heraus, dass ich getrickst hatte um das zu erreichen - wäre es dann auch völlig wild, wenn jener Kunde vom Vertrag zurücktreten und nie wieder mit der Firma zusammen arbeiten würde? Evtl. würde ich dann auch entlassen. Wär das dermassen unverhältnismässig? In meinen Augen nicht.
Nochmals: es geht hier nicht um ein kleines Vergehen, wie z.B. dass man mal mit Schnee in der Nase erwischt wurde oder man hat ein paar rote Ampeln missachtet oder sonstwas.
Ganz egal was man von den Regeln, der Impfung oder irgendwelchen Massnahmen hielt: sie waren da, sie waren gesetzt und sie waren pro Land für jeden gleich. Fertig. Keine Diskussion. Und entweder man hält sich dran, oder lebt mit den Konsequenzen - und diese sind in diesem Fall eben leider einiges schlimmer.