Medienberichte

„Keinen ausnahmespieler“ und dies mit hoffmann, herzog, künzle, senteler, kovars, kubalik, vozenilek, tatar…. Areivierte NHL spieler, nationalmannschaftsspieler und vermutlich grossverdienern welche fast 3 linien füllen. Und man muss ja nicht den puck reinjonglieren - man darf auch reinwürgen… dazu brauchts keinen ausnahmekönner.
aber wer bitteschön wäre denn ein ausnahmespieler wenn diese alle es anscheinend nicht sind?
falsch, da steht, dass sie in diesem spiel keinen hatten, der den unterschied herbeiführen konnte. und nicht, dass sie keine ausnahmespieler haben....
 
Luzerner Zeitung
10.03.2026

Keine Besserung in Sicht
Die nächste Enttäuschung: Ein schwacher EVZ verliert in Lugano das bedeutungslose letzte Qualispiel mit 1:4.

Am 9. September 2025 ist der EVZ in die Saison gestartet, mit grossen Worten und ebenso grossen Ambitionen. Es resultierte ein 3:0-Sieg gegen den SC Bern. Der Anfang war gemacht, der Optimismus vorhanden. Am 9. März 2026, 181 Tage danach, und 29 (!) Niederlagen später ist die Gefühlslage eine ganz andere. 75 Punkte hat die EVZ-Ausgabe 2025/26 erspielt. Es ist die schlechteste Ausbeute seit zwölf Jahren. Damals in der Saison 2013/14 verpasste der Klub letztmalig die Playoffs. Die schmachvollen Resultate kosteten schliesslich Trainer Doug Shedden und Sportchef Jakub Horak den Job.

Für intensive Personaldebatten ist es beim EV Zug noch zu früh, schliesslich kann es die Mannschaft nach wie vor aus eigener Kraft in die Playoffs schaffen. Allerdings hat das letzte Qualifikationsspiel gegen den HC Lugano (1:4) nicht dafür gesorgt, die Fantasie auf einen versöhnlichen Frühling anzuregen.

Im Gegenteil: Der EV Zug hat in dieser Verfassung in den Playoffs nichts verloren. Er hat es verpasst, vor den Play-In-Duellen gegen die Rapperswil-Jona Lakers (Donnerstag und Samstag) ein Ausrufezeichen zu setzen. Playoff-tauglich ist die Leistung gegen die Luganesi nicht. Ein frustrierter Sven Leuenberger sagt: «Das war schlecht, da gibt es nichts schönzureden. Wir sind zu verkrampft, die Lockerheit fehlt.»

Die Ausländer-Fraktion taucht ab
Vor dem Ausflug nach Lugano fragte man sich, ob die sportliche Irrelevanz dieses Spiels dazu führen könnte, dass die Spieler frisch von der Leber weg agieren. Die Frage ist klar mit Nein zu beantworten. Viel Leerlauf, kaum Zusammenhängendes. Das Verdikt des sehr enttäuschten Trainers Benoît Groulx ist knallhart: «Wir haben nicht existiert. Die Einstellung hat nicht gepasst. Das muss sich schleunigst ändern. In unserer Situation musst du hungrig auf Siege sein. Das waren wir nicht, nur der Gegner.» Er sei eine Person mit viel Geduld und grossem Vertrauen in den Prozess – um dann doch ein Aber hinterherzuschieben: «Meine Geduld kennt Grenzen.» Formulierungen, die wenig Zuversicht beinhalten, auch wenn er betont: «Ich bleibe optimistisch.»

Gerade das erste Drittel ist ein Ebenbild vieler Auftritte in dieser Saison. Während Zug aus bester Position scheitert (Fabrice Herzog), schlägt Lugano eiskalt zu. Die beiden Treffer (17./19.) geben die nötige Selbstsicherheit, während die Zuger einmal mehr einem Rückstand hinterherrennen müssen. Klar: Für das vor dem Spiel auf Rang 5 liegende Lugano ist der Ausgang der Partie von Bedeutung. Rang 4 wäre gleichbedeutend mit einem Heimvorteil im Viertelfinal, doch weil Genf und die ZSC Lions siegen, bleiben die Punkte wertlos.

Wenig überraschend: Der EVZ tritt nicht in Bestbesetzung an. Leonardo Genoni, Tobias Geisser und Jan Kovar machen die Reise ins Tessin nicht mit. An Genonis Vertreter, Tim Wolf, liegt es nicht, dass Lugano mit zwei weiteren Treffern im Schlussdrittel keine Zweifel aufkommen lässt, wer das bessere Team ist. Wolf wird sträflich im Stich gelassen.

Bezeichnend für die harmlose Offensive ist, dass mit Colin Lindemann (59.) ein Viertlinien-Stürmer für den Ehrentreffer besorgt ist. Und so drängt sich selbstredend die Frage auf: Wer soll eigentlich gegen die Lakers die Tore schiessen? Der offensiven Ausländer-Fraktion hätte sich wieder mal die Chance geboten, den Unterschied auszumachen. Mit Betonung auf hätte. Denn weder Dominik Kubalik, Daniel Vozenilek, Tomas Tatar noch Jakob Lilja sorgen beim Gegner für zittrige Knie. Der vor wenigen Wochen in die Zentralschweiz transferierte Lilja verpasst es, sich für weitere Einsätze aufzudrängen.

Alarmierend schaut die Situation bei Topskorer Kubalik aus: Seine Formkurve zeigt steil nach unten. In acht der letzten neun Spiele bleibt er ohne Skorerpunkt. Am Mittwoch muss er im Rahmen der Topskorer-Ehrung nach Ittigen bei Bern. Seine Begeisterung dürfte sich in Grenzen halten.
 
Luzerner Zeitung
10.03.2026

Keine Besserung in Sicht
Die nächste Enttäuschung: Ein schwacher EVZ verliert in Lugano das bedeutungslose letzte Qualispiel mit 1:4.

Am 9. September 2025 ist der EVZ in die Saison gestartet, mit grossen Worten und ebenso grossen Ambitionen. Es resultierte ein 3:0-Sieg gegen den SC Bern. Der Anfang war gemacht, der Optimismus vorhanden. Am 9. März 2026, 181 Tage danach, und 29 (!) Niederlagen später ist die Gefühlslage eine ganz andere. 75 Punkte hat die EVZ-Ausgabe 2025/26 erspielt. Es ist die schlechteste Ausbeute seit zwölf Jahren. Damals in der Saison 2013/14 verpasste der Klub letztmalig die Playoffs. Die schmachvollen Resultate kosteten schliesslich Trainer Doug Shedden und Sportchef Jakub Horak den Job.

Für intensive Personaldebatten ist es beim EV Zug noch zu früh, schliesslich kann es die Mannschaft nach wie vor aus eigener Kraft in die Playoffs schaffen. Allerdings hat das letzte Qualifikationsspiel gegen den HC Lugano (1:4) nicht dafür gesorgt, die Fantasie auf einen versöhnlichen Frühling anzuregen.

Im Gegenteil: Der EV Zug hat in dieser Verfassung in den Playoffs nichts verloren. Er hat es verpasst, vor den Play-In-Duellen gegen die Rapperswil-Jona Lakers (Donnerstag und Samstag) ein Ausrufezeichen zu setzen. Playoff-tauglich ist die Leistung gegen die Luganesi nicht. Ein frustrierter Sven Leuenberger sagt: «Das war schlecht, da gibt es nichts schönzureden. Wir sind zu verkrampft, die Lockerheit fehlt.»

Die Ausländer-Fraktion taucht ab
Vor dem Ausflug nach Lugano fragte man sich, ob die sportliche Irrelevanz dieses Spiels dazu führen könnte, dass die Spieler frisch von der Leber weg agieren. Die Frage ist klar mit Nein zu beantworten. Viel Leerlauf, kaum Zusammenhängendes. Das Verdikt des sehr enttäuschten Trainers Benoît Groulx ist knallhart: «Wir haben nicht existiert. Die Einstellung hat nicht gepasst. Das muss sich schleunigst ändern. In unserer Situation musst du hungrig auf Siege sein. Das waren wir nicht, nur der Gegner.» Er sei eine Person mit viel Geduld und grossem Vertrauen in den Prozess – um dann doch ein Aber hinterherzuschieben: «Meine Geduld kennt Grenzen.» Formulierungen, die wenig Zuversicht beinhalten, auch wenn er betont: «Ich bleibe optimistisch.»

Gerade das erste Drittel ist ein Ebenbild vieler Auftritte in dieser Saison. Während Zug aus bester Position scheitert (Fabrice Herzog), schlägt Lugano eiskalt zu. Die beiden Treffer (17./19.) geben die nötige Selbstsicherheit, während die Zuger einmal mehr einem Rückstand hinterherrennen müssen. Klar: Für das vor dem Spiel auf Rang 5 liegende Lugano ist der Ausgang der Partie von Bedeutung. Rang 4 wäre gleichbedeutend mit einem Heimvorteil im Viertelfinal, doch weil Genf und die ZSC Lions siegen, bleiben die Punkte wertlos.

Wenig überraschend: Der EVZ tritt nicht in Bestbesetzung an. Leonardo Genoni, Tobias Geisser und Jan Kovar machen die Reise ins Tessin nicht mit. An Genonis Vertreter, Tim Wolf, liegt es nicht, dass Lugano mit zwei weiteren Treffern im Schlussdrittel keine Zweifel aufkommen lässt, wer das bessere Team ist. Wolf wird sträflich im Stich gelassen.

Bezeichnend für die harmlose Offensive ist, dass mit Colin Lindemann (59.) ein Viertlinien-Stürmer für den Ehrentreffer besorgt ist. Und so drängt sich selbstredend die Frage auf: Wer soll eigentlich gegen die Lakers die Tore schiessen? Der offensiven Ausländer-Fraktion hätte sich wieder mal die Chance geboten, den Unterschied auszumachen. Mit Betonung auf hätte. Denn weder Dominik Kubalik, Daniel Vozenilek, Tomas Tatar noch Jakob Lilja sorgen beim Gegner für zittrige Knie. Der vor wenigen Wochen in die Zentralschweiz transferierte Lilja verpasst es, sich für weitere Einsätze aufzudrängen.

Alarmierend schaut die Situation bei Topskorer Kubalik aus: Seine Formkurve zeigt steil nach unten. In acht der letzten neun Spiele bleibt er ohne Skorerpunkt. Am Mittwoch muss er im Rahmen der Topskorer-Ehrung nach Ittigen bei Bern. Seine Begeisterung dürfte sich in Grenzen halten.
Schaut doch bitte einmal das Warm-Up an und schaut was Kubalik da aufführt. Zwei-dreimal am Plexiglas, winken und Küsschen zu Frau und Kind die er vor zwei Stunden zuhause ja noch gesehen hat. Er ist unkonzentriert und seine Schau nervt nicht nur uns Fans sondern sicher auch seine Mitspieler. Er hat seinen Fokus überall aber nicht auf dem Eis wo er seine Kohle verdient.
 
Schaut doch bitte einmal das Warm-Up an und schaut was Kubalik da aufführt. Zwei-dreimal am Plexiglas, winken und Küsschen zu Frau und Kind die er vor zwei Stunden zuhause ja noch gesehen hat. Er ist unkonzentriert und seine Schau nervt nicht nur uns Fans sondern sicher auch seine Mitspieler. Er hat seinen Fokus überall aber nicht auf dem Eis wo er seine Kohle verdient.
Er passt sich nur dem Team und den Vorgaben an. No Leistungskultur, maximale Narrenfreiheit.
 
Also nennt mich verrückt aber dieser unfähige Kubalik hat immerhin 22 (?) Tore geschossen. Dies trotz rotationen in linien, fehlender spielauslösung, fehlendem center, und allgemeiner torflaute im ganzen team. Mag sein dass er womöglich noch mehr könnte etc aber denke da gibt es dennoch zuerst ein paar andere zu kritisieren…
 
Wollte ich auc schreiben; 22 Tore müssen erst mal geschossen sein. Was mir aber auffällt, dass er oft bei Gegentoren auf dem Eis ist seit ein paar Wochen. Die plus/minus Bilanz scheint nicht so positiv zu sein. Weiss jemand da mehr?
 
Wollte ich auc schreiben; 22 Tore müssen erst mal geschossen sein. Was mir aber auffällt, dass er oft bei Gegentoren auf dem Eis ist seit ein paar Wochen. Die plus/minus Bilanz scheint nicht so positiv zu sein. Weiss jemand da mehr?

Analyse der EVZ-Scorerwerte

Fokus auf Dominik Kubalík

Betrachtet man rein die erzielten Tore, belegt Dominik Kubalík zwar den 5. Platz, weist jedoch innerhalb der Top 10 die schlechteste +-Bilanz auf; erst auf Rang 11 folgt ein Spieler mit einem noch schlechteren Wert. Sortiert man nach der gesamten Scorerliste, rutscht Kubalík auf Platz 16 ab. Innerhalb dieser Top 20 belegt er sogar den drittletzten Platz bei +-Bilanz.

Zum Vergleich: Matěj Stránský hat 14 Scorerpunkte mehr erzielt und weist dabei eine beeindruckende Bilanz von +34 auf. Da Kubalík zudem der einzige Zuger in den Top 20 ist, wirkt der Sturm unseres Teams derzeit leider eher wie ein laues Lüftchen.

Effizienz und Team-Vergleich

Besonders interessant ist die Statistik der erzielten Punkte pro Spiel, in der das Bild ebenfalls enttäuschend bleibt:
  • Kubalík: Platz 23
  • Tatar: Platz 25
  • Hofmann: Platz 48
Spieler dieses Kalibers sollten eigentlich konstant in den Top 20 vertreten sein.

Fazit zur Team-Zusammenstellung

Betrachtet man zusätzlich die Gegentorquote, liegt der EVZ lediglich im Mittelfeld. In Kombination mit der schwachen Offensivleistung ergibt das in der Summe ein äusserst bescheidenes Gesamtbild. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Spieler in diesem Team ganz eindeutig nicht zusammenpassen

Quelle: https://www.sihf.ch/
 
Zuletzt bearbeitet:
«Ich würde Genoni jedem Goalie der Welt vorziehen»

Der ehemalige EVZ-Coach Doug Shedden wirkt inzwischen in Bozen. Eine Visite beim vielleicht unterhaltsamsten Coach der Zuger Klubgeschichte.

«Alles hat hier schon mehr Kraft und Leben (...) und man glaubt wieder einmal an einen Gott», schrieb Johann Wolfgang von Goethe, als er 1786 Südtirol erreichte. Eine religiöse Erfahrung ist ein Besuch in Bozen im Frühjahr 2026 nicht. Aber den Glauben an das Gute verstärkt die Visite schon. 75 Cent will der gute Mann im aus der Zeit gefallenen Imbiss direkt neben dem Stadion für ein Glas Weisswein.Und als am Samstagnachmittag 81 Jahre nach dem Tod des Massenmörders Benito Mussolini Neofaschisten durch die Stadt ziehen, stellt sich ihnen eine zahlenmässig zehnfach überlegene
Gegendemonstration entgegen.Doug Shedden bekommt davon nichts mit, er rauscht im Car nach Feldkirch zum nächsten Auswärtsspiel. Aber ein paar Stunden zuvor empfängt der ehemalige Trainer des EV Zug im Bistro der «Sparkasse-Arena»; es gibt kühle Getränke und aufgeräumte Stimmung. Shedden, 64, ist seit Dezember Coach der «HCB Südtirol Alperia», einem Klub mit reicher Tradition und allerlei Verbindungen zum Schweizer Eishockey. Geführt wird er von Dr.Dieter Knoll, einem streitbaren Lokalfürsten, 73-jährig, der nicht nur Besitzer, sondern auch Manager ist.Bis 2025 hiess der Trainer Glen Hanlon, der vor Patrick Fischer rätselhafterweise Schweizer Nationaltrainer war. John Slettvoll, Doug Masen und Riccardo Fuhrer coachten hier. Es stürmten Gaetano Orlando, Bruno Zarrillo und während dem Lockout 1994/95 sogar Jaromir Jagr, damals noch im italienischen Championnat. Erst seit 2013 spielt Bozen in der multinationalen ICE Liga und misst sich mit Vertretern aus Österreich, Slowenien und Ungarn.
Shedden ist hier gelandet, nachdem sein letzter Arbeitgeber Vaasan Sport sich nach den umfassenden Reformen im finnischen Eishockey entschied, praktisch alle Schlüsselspieler aus Kostengründen abzugeben, weil das Team in diesem Winter nicht absteigen kann, Shedden hätte bleiben können, doch auch weil er weiss, dass er sich im Spätherbst der Trainerlauf-bahn befindet, entschied er sich für den fliegenden Wechsel nach Bozen. Den Job hat ihm Pat Curcio verschafft, sein ehemaliger Assistenztrainer in Lugano, der längst als Agent arbeitet.

Sie coachen inzwischen seit
20 Jahren in Europa. Was hält Sie hier?


Doug Shedden: Ich liebe Europal Es sind gute Ligen, schöne Stad-te, die Lebensqualität ist hoch.Eigentlich leben meine Frau und ich in Florida, Marco Island ist so, wie man sich das Paradies vorstellt. Aber wir überlegen uns, hier etwas zu kaufen, In Spanien oder Süditalien zum Beispiel.

Sie werden im April os, Trainer in diesem Alter sind rur geworden . Est das ihr letzter Job?

Ach. Das Alter spielt doch eine untergeordnete Rolle, wenn man den job lebt. Das tue ich immer noch. Aber was ich schen merke: Die Schere wird grösser.Von manchen Spielem trennen mich mehr als 40 Jahres Ich versuche, jeden abzuholen und Gespräche zu führen über das Hockey hinaus gehen Das ist schwieriger geworden. Auch unter den Spielern selbst wird weniger geredet. Jeder hängt am Handy. Wenn die Spieler keine Flasche Bier in der Hand haben, reden sie kein Wort Es ist nicht so einfach,unter diesen Umständen zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenzuwachsen.

Sie galten als emotionaler Coach, der in Zug schon mal das Inventar malträtierte.Sind Sie ruhiger geworden?
Natürlich. Die Zeiten ändern sich, und sie ändern dich. Zu meiner Zeit war klar, dass du spielst, solange du nicht grad lebensbedrohlich verletzt bist. Fieber , Prellungen, Wunden: alles egal. Wenn bei uns einer gesagt hätte: ‹Sorry, ich habe Schnupfen und 38 Grad Fieber, ich kann nicht spielen›, dann wäre er ausgelacht und einfach aufs Eis gezerrt worden. Als ich 1980 in Sault Ste.Marie in der Junioren-Liga OHL spielte, mussten wir Box-Lektionen nehmen, weil es so viele Schlägereien gab. Heute ist die Kultur eine andere. Wenn die Spieler von heute ein Spiel in den 70ern oder 80ern bestreiten müssten, würden die Mehrheit ihre Karriere danach sofort beenden, punkto Härte kann man diese Epochen nicht vergleichen. Man kann heute auch nicht einfach Spieler anschreien, da erreichst Du gar nichts. Als Trainer musst Du fast betteln, damit die Jungs ihre Leistung abrufen. Eigentlich verrückt.

Von 2008 bis 2014 wirkten Sie als Trainer im EV Zug. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Das waren gute Jahre. Wir haben fünfmal in Serie den Halbfinal erreicht. Für die Mannschaft, die wir damals hatten, waren das sehr solide Resultate.Wir hatten wunderbare, spektakuläre Spieler. Glen Metropolit, Damien Brunner und Linus Omark wurden nacheinander Liga-Topskorer. Wer in unserem 1-3-1-System auf dem rechten Flügel spielte, hatte gute Chancen, fleissig zu skoren. Brunner war wahnsinnig gut, aber er hat auch schamlos jeden Abend spekuliert, wie er sich am besten in Szene setzen kann. Ich habe die Zeit in Zug auch abseits des Eishockeys genossen. Josh Holden ist bis heute ein guter Freund von mir. Ich fuhr regelmässig mit dem Velo um den Zugersee und gönnte mir danach in der Bar Eleven ein Bier oder am Ufer einen Aperol Spritz. Was will man mehr? Auch in bester Erinnerung geblieben ist mir der Sieg über die New York Rangers.

Diese Zeitung titelte damals nach diesem rauschhaften 8:4: «Die perfekte Zuger Hockey-Nacht».

Wir hätten mit Strandbällen spielen können und der Rangers-Goalie Martin Biron hätte trotzdem keinen verdammten Schuss gehalten. Der liessSchüsse von der blauen Linie passieren, die ich heute noch halten würde. Aber für uns war es ein schöner Abend.

Torhüterkritik aus ihrem Mund, das vertraut.Gab es in ihrer Trainerlaufbahn eigentlich einmal einen Goalie, mit dem Sie zufrieden waren?

Also bitte. Selbstverständlich.Nehmen wir nur schon Jussi Markkanen in Zug.

Zu jener Zeit waren nur vier Ausländer spielberechtigt.War es wirklich ein weiser Entscheid, eine Lizenz für einen mittelmässigen Torhüter aufzuwenden?

Mittelmässig? In seiner ersten Saison in Zug war er überragend.Da haben die Gegner darüber diskutiert, wie sie ihn jemals bezwingen sollen. Die Jahre danach waren vielleicht etwas werniger stark. So ist das halt, wenn sich die Gegner besser auf die Stärken und Schwächen einstellen können.

Markkanens Nachfolger war der ehemalige NHL-Goalie Brian Boucher, was uns zu einer besonders launigen Episode aus Ihrer Zeit in Zug bringt: Boucher wurde nach einem schwachen Saisonstart durch Eero Kilpelainen ersetzt. Boucher wusste davon aber noch nichts, und weil Sie nach einem Auswärtsspiel in Rapperswil befürchteten, dass die Nachricht dieser Zeitung schon im «Sport Aktuell aufgenommen werden könnte, schalteten Sie im Teamcar diskrert den TV aus .

Was hätte ich machen sollen?
Das war eine unglückliche Situation. Boucher ist danach noch einige Zeit in Zug geblieben, bis das Buy-Out verhandelt war. Da habe ich mal noch ein Bier mit ihm getrunken und wir haben uns versöhnt. Was ich aber schon noch loswerden möchte:
Ich wünschte auch, dass Leonardo Genoni schon zu meiner Zeit in Zug gespielt hätte. Leider war es verdammt nochmal anders.
In den Playoffs haben wir zwei Mal gegen ihn verloren. Für mich ist er ein absolutes Phänomen. Ich habe in all den Jahren viele hervorragende Torhüter erlebt und gesehen. Aber wenn ich ein einziges Spiel gewinnen müsste, sei es das Spiel 7 im Stanley-Cup-Final oder ein Olympia-Endspiel: Ich würde Genoni jedem anderen Goalie auf dieser Welt vorziehen. Seine Aura ist so etwas Spezielles.

Ihre nächste Station nach Zug war Zagreb.

Hören Sie mir damit auf. Die schulden mir immer noch 250'000 Dollar. Und vielen Spielern der damaligen Mannschaft auch. Ich habe versucht, das Geld über den Rechtsweg einzutreiben, aber wahrscheinlich stecken die Anwälte alle unter einer Decke.

Später coachten Sie unter anderem in der Slowakei und Deutschland. Das Eishockey hat Sie die Welt sehen lassen.

Das kann man sagen. Es war mein Ticket raus aus Wallaceburg. Für die Verhältnisse, aus denen ich stamme, war und ist meine Karnere ein Homerun.Wir waren eine ziemlich arme Familie. Ich erinnere mich noch daran, dass der Gehaltsscheck meines Vaters bei 136 kanadischen Dollar lag. Und davon hat er bestimmt 100 für Bier und Zigaretten ausgegeben. Wir mussten nie hungern, aber das Geld war immer knapp. Ich habe mir in den Sommern etwas als Tankwart dazuverdient. Und, war Speaker und Groundkeeper auf dem lokalen Baseballfeld. Dazu übernahm ich jahrelang die Schlittschuhe meiner älteren Brüder. Und stopfte sie mit Zeitung aus, damit sie passen. Das habe ich sogar als Profi noch ge-macht, weil es sich nach so vielen Jahren komisch anfühlte, ohne diese Einlagen zu spielen.

In der Schweiz coachten Sie nach Zug nur noch in Lugano.
Dort erreichten Sie 2016 den Playoff-Final, wurden aber im Januar 2017 entlassen.


Ich verstehe die Entlassung bis heute nicht wirklich. Wir waren Fünfter. Und die halbe Verteidigung fehlte verletzt. Ich glaube, dass wir hätten Meister werden können. Lugano ist ein schwieriges Thema, dieser Klub hat in jenen Jahren so wahnsinnig viel Geld zum Fenster herausgeworfen und war so schlecht gemanagt man glaubt es kaum.

Sieht man Sie noch einmal in der Schweiz?

Wer weiss Vor ein paar Jahren wäre ich fast in Visp gelandet.Und in Sommer habe ich Chris MeSorey kontaktiert als der job in Sierre oftion war, aber er hat es nicht fur nütig befunden, nur au antworten. Ich kann mir auch gut vorstellen, in Bozen zu blei ben, Jeden Tag Sonnenschen, so lässt es sich leben.

LZ
 
Die launigen Shedden-Jahre

Douglas Arthur Shedden, 64, coachte von 2008 bis 2014 den EV Zug. Unter Ihm schafften Damien Brunner und Raphael Diaz den Sprung in die NHL. In den Shedden Jahren splelte der EVZ hochattraktives Offensivhockey. Seine Sprüche waren so le-gendär, dass diese Zeitung ihm während dem Playoff Jewells die Rubrik «Daily Doug» widmete.Als der Stürmer Corsin Casutt monatelang ohne Treffer blieb sagte Shedden: «Würde er in einem Flugzeug über den Ozean fliegen und versuchen, einen Puck ins Wasser zu werfen ich bin sicher, er würde den Rücken eines Walfischs treffen. Danach betreute der Kanadier Zagreb, Lugano, Ingolstadt, Banska Bystrica, Iserlohn und Vaasan Sport. Seit Dezember ist er Coach des HCB Südtirol.
 
Als der Stürmer Corsin Casutt monatelang ohne Treffer blieb sagte Shedden: «Würde er in einem Flugzeug über den Ozean fliegen und versuchen, einen Puck ins Wasser zu werfen ich bin sicher, er würde den Rücken eines Walfischs treffen.
Zeitloser Spruch, würde heute 1:1 auf Herzog oder gerade mehrere Exponenten unserer Mannschaft zutreffen.
Auch geiles Interview, ich habe schon frühmorgens herzhaft gelacht😂
 
"Für mich ist er ein absolutes Phänomen. Ich habe in all den Jahren viele hervorragende Torhüter erlebt und gesehen. Aber wenn ich ein einziges Spiel gewinnen müsste, sei es das Spiel 7 im Stanley-Cup-Final oder ein Olympia-Endspiel: Ich würde Genoni jedem anderen Goalie auf dieser Welt vorziehen. Seine Aura ist so etwas Spezielles."

Schöne Worte, da läuft es einem kalt den Rücken runter.
 
Ja, Shedden war Rock'n Roll, glaube aber Meister wären wir nie mit ihm geworden... Aber als Feuerwehrmann in unserer Situation durchaus denkbar...
 
Naja seine aussagen in diesem interview waren auch wieder herzhaft direkt und ohne blatt vorm mund. Also denke man würde schon den roten kopf sehen. Evt hat auch genau diese zeit die meisterjahre ermöglicht weil man danach die etwas sanfteren tône von tagnes zu schätzen wusste aber insgeheim abgehärtet war als team / spieler. Heute sind doch alle in watte gepackt hahahaha
 

Analyse der EVZ-Scorerwerte

Fokus auf Dominik Kubalík

Betrachtet man rein die erzielten Tore, belegt Dominik Kubalík zwar den 5. Platz, weist jedoch innerhalb der Top 10 die schlechteste +-Bilanz auf; erst auf Rang 11 folgt ein Spieler mit einem noch schlechteren Wert. Sortiert man nach der gesamten Scorerliste, rutscht Kubalík auf Platz 16 ab. Innerhalb dieser Top 20 belegt er sogar den drittletzten Platz bei +-Bilanz.

Zum Vergleich: Matěj Stránský hat 14 Scorerpunkte mehr erzielt und weist dabei eine beeindruckende Bilanz von +34 auf. Da Kubalík zudem der einzige Zuger in den Top 20 ist, wirkt der Sturm unseres Teams derzeit leider eher wie ein laues Lüftchen.

Effizienz und Team-Vergleich

Besonders interessant ist die Statistik der erzielten Punkte pro Spiel, in der das Bild ebenfalls enttäuschend bleibt:
  • Kubalík: Platz 23
  • Tatar: Platz 25
  • Hofmann: Platz 48
Spieler dieses Kalibers sollten eigentlich konstant in den Top 20 vertreten sein.

Fazit zur Team-Zusammenstellung

Betrachtet man zusätzlich die Gegentorquote, liegt der EVZ lediglich im Mittelfeld. In Kombination mit der schwachen Offensivleistung ergibt das in der Summe ein äusserst bescheidenes Gesamtbild. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die Spieler in diesem Team ganz eindeutig nicht zusammenpassen

Quelle: https://www.sihf.ch/
Guter Beitrag von dir und so sachlich :cool:
 
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