Medienberichte


Kann passieren..😉

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Luzerner Zeitung
20.03.2026

FĂŒnf Mutmacher fĂŒr Aussenseiter Zug
Auf dem Papier ist die Sache eindeutig: Der EVZ hat gegen Titelfavorit HC Davos keine Chance – oder etwa doch? Wir liefern Argumente.

Heute (20 Uhr, TV 24) beginnt der Playoff-Marathon, in spĂ€testens sechs Wochen wird der Schweizer Meister erkoren. Aufgrund der Vorgeschichte verspricht die Viertelfinal-Paarung Davos – Zug ordentlich Brisanz, obwohl die sportlichen Voraussetzungen unterschiedlicher kaum sein könnten. Hier der ausgeruhte und sorgenfreie Titelfavorit, der durch die Liga pflĂŒgt, als gĂ€be es nichts Leichteres, und dessen formidable Konstanz stark an die EVZ-Meistersaison 2020/21 erinnert. Und da die Zentralschweizer, die sich auf den letzten DrĂŒcker in die Playoffs gerettet haben. Doch Obacht! Der EV Zug ist fĂ€hig, Davos ernsthaft gefĂ€hrden zu können. Die Pessimisten nennen es Tatsachenverdrehung, wir bezeichnen es als Optimismus – und unterstreichen diesen mit Argumenten.

Kein Kredit? Das Beste, was passieren kann
Die KrĂ€fteverhĂ€ltnisse sind unstreitig: Davos ist Favorit, Zug Aussenseiter. Ein Weiterkommen der Zuger wĂ€re eine Überraschung. FĂŒr eine vorteilhaftere EinschĂ€tzung hat der EVZ in der Qualifikation schlicht zu wenig Fakten geliefert. Aber: Kein Kredit, das ist – so bizarr es klingt – das Beste, was den Zugern passieren kann. Dass nach der Qualifikation weniger erfolgreiche Teams in den Playoffs befreit aufspielen, war in der Vergangenheit hĂ€ufig zu beobachten. Der EVZ brillierte in den letzten Wochen nicht mit Hurra-Eishockey. Aber er hat sich trotz mĂ€ssiger Punkteausbeute in einigen Bereichen sichtbar weiterentwickelt. FĂŒr Davos wĂ€re das Viertelfinal-Out ein heftiger Schlag, zu gut ist die Mannschaft besetzt. Angesprochen auf die Ambitionen, redete StĂŒrmer Tino Kessler kĂŒrzlich nicht um den heissen Brei herum: «Alles andere als der Titel wĂ€re eine EnttĂ€uschung.» Die Zuger können, die Davoser mĂŒssen. Das bestĂ€rkt die Zentralschweizer und hemmt die BĂŒndner.

Debakel vom letzten FrĂŒhling als Ansporn
Das Debakel aus dem Vorjahr im Viertelfinal gegen den HCD hat die Zuger extrem geschmerzt. NatĂŒrlich schwingt das Verlangen nach einer Revanche mit, schliesslich waren mehr als zwei Drittel des aktuellen EVZ-Kaders dabei, als Zug in der Serie mit 0:4 unterging. StĂŒrmer Sven Senteler sagt: «Wir haben noch eine Rechnung offen.» Ob ein vor zwei Monaten aufgenommenes Bild ein weiterer Triggerpunkt ist? HCD-Raubein Brendan Lemieux packte im letzten Aufeinandertreffen Jan Kovar und Colin Lindemann am Kragen und zerrte sie ĂŒbers Eis. Ein Sujet, das der HCD in den Sozialen Medien genĂŒsslich verbreitete. Die Szene sorgte fĂŒr viel Belustigung und Spott. Sogar der stellvertretende Leiter Sport der «SĂŒdostschweiz», Stefan Salzmann, schaltete sich in die Debatte ein, hatte jedoch wenig warme Worte ĂŒbrig. In einem Kommentar schrieb er mitunter: «Der HCD erniedrigt zwei EVZ-Spieler.» NatĂŒrlich hat auch Kovar das Bild gesehen. Der Zuger Captain sagt schmunzelnd: «Ein hĂŒbsches Foto, das im richtigen Moment gemacht wurde.»

Acht Playoff-Niederlagen in Serie – jetzt reicht's

In einem Playoff-Spiel das Eis als Sieger verlassen – dieses GefĂŒhl kennt der EV Zug nur noch vom Hörensagen. Sage und schreibe 8 (!) Partien in Folge (exklusive Play-In gegen Rapperswil) hat der EV Zug verloren. Er ist ambitioniert genug, um diese Schmach tilgen zu wollen. Die Mannschaft fĂŒhlt sich in der Rolle des JĂ€gers pudelwohl. Trainer BenoĂźt Groulx ist es gelungen, die Handbremse in den Köpfen seiner Spieler zu lösen. Mit jedem Sieg ist das Vertrauen in die eigenen FĂ€higkeiten gewachsen. Nach Gegentreffern fĂ€llt das Team nicht mehr auseinander, wie das oft im Januar der Fall war. Offensichtlich ist auch: Diverse StĂŒrmer haben ein besseres defensives Bewusstsein entwickelt, was auch den gegen Ende Saison tieferen Schnitt bei der Anzahl Gegentore pro Spiel bestĂ€tigt.

Ein Comeback verleiht FlĂŒgel
In den Playoffs braucht es keine spielerische Kunst, sondern rustikales Handwerk. Das Metier von StĂŒrmer Andreas Wingerli. Mit der Abwesenheit des meistunterschĂ€tzten EVZ-Akteurs fehlte dem Team ein temporeiches, «eckliges» Element. Rechtzeitig zum Playoff-Start ist der 28-JĂ€hrige genesen. Wir vermuten: Er nimmt heute in Davos den Platz von Daniel Vozenilek ein. Seine RĂŒckkehr dynamisiert die Zuger, er sorgt fĂŒr einen Energieschub. Körperliche PrĂ€senz, FlexibilitĂ€t, Schnelligkeit – all diese Komponenten kann Wingerli einbringen. Wenn sein Akku aufgeladen ist, dĂŒrfte er dem Gegner auf die Nerven gehen und Unheil anrichten. Der Schwede steht nicht fĂŒr Skorerpunkte am Fliessband, besticht aber durch grossen Arbeitsfleiss und macht die Mannschaft unter dem Strich besser. Ein weiteres Plus: Bis auf die Langzeitabwesenden Lino Martschini und Nic Balestra und dem verletzten Dominik Schlumpf melden sich alle Spieler fit fĂŒr die Viertelfinal-Reprise.

Ein Hochdekorierter als Rettungsanker
Haben die ersten vier GrĂŒnde zu wenig Überzeugungskraft? Der EV Zug hat ein weiteres Ass im Ärmel – den Meistermacher persönlich. Er ist 38-jĂ€hrig und hat schon sieben Mal den Pokal in seinen HĂ€nden gehabt: Leonardo Genoni. Der erfolgreichste Goalie des Playoff-Zeitalters dĂŒrfte sich gegen die HCD-Tormaschine (191 Treffer in der Qualifikation) nicht ĂŒber fehlende Arbeit beklagen. Insbesondere im Duell mit ScharfschĂŒtze Matej Stransky (28 Saisontore) werden Genonis Erfahrung,Gedankenschnelligkeit und ReflexstĂ€rke vonnöten sein. Der nach dieser Saison in seine Heimat zurĂŒckkehrende tschechische Weltmeister glĂ€nzte in der Regular Season mit einer exzellenten Schussquote von 21,4  Prozent. Doch Genoni kann mit Drucksituationen umgehen, weil er sich im Kampf gegen WiderstĂ€nde nicht verrĂŒckt machen lĂ€sst. Er trĂ€gt eine RĂŒstung aus Selbstvertrauen. Mentale Robustheit nennt sich das. Allein schon seine PrĂ€senz ist Grund genug fĂŒr Optimismus.
 

Kann passieren..😉
Dann hat man sicher den Pommeskopf und den lĂ€cherlichen ZKB Spot mit verhandelt, nein natĂŒrlich nicht, wer zahlt befiehlt. So lĂ€ufts, ausser es betrifft die Fans die haben nichts zu melden.
 
Packt HCD-Rumpler Lemieux die Zuger wieder am Kragen?

Es ist ein Bild fĂŒr die Hockey-Götter: In einem Duell zwischen Davos und Zug schleifte HCD-Haudegen Brendan Lemieux die Zuger Kovar und Lindemann ĂŒbers Eis zur Spielerbank zurĂŒck.

Polemik wie der Schuldner.

Ich hoffe unsere Spieler können den bereits als Meister geschriebene HCD richtig fordern und ein grossen Fight bieten. Um allen HCD Fans, aus ZĂŒrich, Aargau und dem restlichen Unterland das Maul zu stopfen! Hat man doch seit Jahren nichts von ihnen gehört, sind sie seit den letzten Playoffs aus ihren Löchern gekommen.
 
Es hĂ€tte ein ganz grosser Abend werden können im ersten Viertelfinal-Akt. Der EV Zug hĂ€tte dem HC Davos eine riesige Denkaufgabe mit auf den Weg geben können. Doch der Konjunktiv nĂŒtzt nichts. Der EV Zug muss sich den Vorwurf machen, die Kontrolle ĂŒber das Spiel verloren zu haben. Er erleidet gar einen Einbruch und kann den Zwei-Tore-Vorsprung nicht ĂŒber die Runden bringen. Die Mannschaft hat die Chance verpasst, einen Coup zu landen und somit die Basis fĂŒr eine grosse Überraschung in dieser Serie zu legen.

WÀhrend sich der HC Davos gegen Schluss in einen Rausch spielt, weiss der EV Zug nicht mehr, wie ihm geschieht. Es beginnt damit, dass die Zuger nach dem 3:1 durch Fabrice Herzog (52.) in eine VerwaltermentalitÀt verfallen. Nach dem 2:3-Anschlusstreffer (55.) des HCD spielt dieser seine grossen StÀrken aus, die Geschwindigkeit, die Technik, die Beweglichkeit auf kleinem Raum. Er gewinnt plötzlich fast jeden Zweikampf. Und so nimmt aus Zuger Sicht das Drama seinen Lauf.

Wie lange wirkt diese EnttĂ€uschung nach? Wie verarbeitet man einen solchen Tiefschlag? Wie schafft man es, nach vorn und nicht mehr in den RĂŒckspiegel zu schauen? Es ist Samstagmittag, Augenschein in der OYM Hall. Trainer BenoĂźt Groulx sagt, er habe trotzdem gut geschlafen und lobt die «vielen positiven Aktionen», die er notiert habe. «Doch das Spiel dauert eben nun 60 Minuten. Es gibt keinen Zweifel, dass wir uns zumindest in die VerlĂ€ngerung hĂ€tten retten mĂŒssen. Das ist eine bittere Lektion.» Bei der Aufarbeitung des Spiels sei er von seiner Routine nicht abgewichen. Er habe dem Team im Videostudium die guten Dinge wie auch die Fehler vor Augen gefĂŒhrt. Das Rezept sei die Kunst, die NormalitĂ€t zu bewahren. Er mĂŒsse als Trainer die Gelassenheit vorleben, jetzt nicht alles ĂŒber den Haufen werfen.

Und wie sieht die GefĂŒhlslage bei den Spielern aus? Raphael Diaz erklĂ€rt, der Frust am Freitagabend sei gross gewesen. «Das hat wehgetan.» Ist die EnttĂ€uschung aufgrund des Spielverlaufs grösser, als wenn das Verdikt viel klarer ausgefallen wĂ€re? Der Verteidiger sagt: «Man nervt sich vielleicht etwas mehr, aber mit einer Nacht Abstand zĂ€hlt nur noch die Zukunft, das nĂ€chste Spiel.»

Sein Fazit zum Playoff-Auftakt fĂ€llt ambivalent aus: «Wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt, das macht das Ergebnis umso bitterer.» Hadern tut Diaz vor allem damit, dass man das Forechecking im dritten Drittel nicht mehr konsequent durchgezogen habe. «Wir haben uns zu stark zurĂŒckgezogen. Davos ist mit viel Tempo durch unsere neutrale Zone gekommen, was sie gnadenlos ausgenutzt haben. DafĂŒr haben sie die entsprechende QualitĂ€t.» Verteidiger Livio Stadler findet, man habe in Stresssituationen zu wenig entschlossen agiert: «Wir waren in entscheidenden Momenten nicht giftig genug. Wir mĂŒssen unabhĂ€ngig des Spielstandes Druck auf den Gegner ausĂŒben, ob mit oder ohne Puck».

Deshalb hat der EVZ auf eine Coaches Challenge verzichtet​

Das Startspiel hat auch gezeigt, dass dem EV Zug ein Team gegenĂŒbersteht, das einen Lauf hat, und das sich jeden Tropfen ihres Selbstvertrauens erarbeitet hat. WĂ€hrenddessen die Zuger schon eine Weile ums sportliche Überleben kĂ€mpfen und die Selbstsicherheit nie ĂŒber eine lĂ€ngere Phase aufbauen konnten. Trotz gewisser SchwĂ€chephasen gewinnen die Davoser Spiele, die sie aufgrund des Spielverlaufs nicht unbedingt gewinnen mĂŒssten. Davos hat das, was den Zugern fehlt. Was sich auch in der 42-Punkte-Differenz in der Tabelle niederschlĂ€gt.

Im Nachgang der irren HCD-Wende wird vor allem eine Szene rege diskutiert – das 2:3-Anschlusstor von Michael Fora. Kurz davor kollidieren Goalie Leonardo Genoni und HCD-StĂŒrmer Rasmus Asplund im Torraum. Ein klarer Fall von TorhĂŒterbehinderung? Ja, ist MySports-Schiedsrichter-Experte Matthias Kehrli ĂŒberzeugt: «WĂ€re da eine Coaches Challenge genommen worden, wĂ€re diese erfolgreich gewesen.» Weniger klar ist die Szene fĂŒr den EV Zug und seinen Goalietrainer, der entscheiden muss, ob eine Regelwidrigkeit vorliegen könnte. Der EVZ verzichtet schliesslich auf die Coaches Challenge, weil sie mit einem zu grossen Risiko verbunden wĂ€re. In der Zeitlupe ist zu erkennen, dass der Kontakt mit dem Spieler, der zum Stockverlust von Genoni fĂŒhrt, ausserhalb des Torraums stattfindet. Der EVZ-Trainer erklĂ€rt am Tag danach: «FĂŒr uns war das keine eindeutige TorhĂŒterbehinderung, deshalb haben wir keinen Einspruch eingelegt.» Bereut hat er den Verzicht zu keinem Zeitpunkt.
Nun, der EV Zug tut gut daran, die EnttĂ€uschung ĂŒber den missglĂŒckten Start in positive Energie umzuwandeln. Denn die Playoffs werden auch ĂŒber die Psychologie entschieden. Was den EVZ-Protagonisten Zuversicht schenkt: Der HC Davos ist verwundbar, wenn Druck ausgeĂŒbt wird. Diaz sagt: «Jetzt mĂŒssen wir noch eine Schippe drauflegen und ihnen das Leben so schwer wie möglich machen.» Derweil hofft Groulx auch auf den Faktor Publikum. «Es liegt primĂ€r an uns, den Funken zu zĂŒnden und ihn auf die Fans zu ĂŒbertragen.»

Ob es auf den AuslĂ€nder-Positionen zu einer Rochade kommt, lĂ€sst der Trainer offen. «Das entscheide ich am Matchtag.» Kein leichter Entscheid: RĂŒckkehrer Andreas Wingerli sorgt bei seinem Comeback fĂŒr frischen Wind, auch wenn er beim Game-Winning-Goal des HCD einen Schritt zu spĂ€t kommt. Der Schwede ĂŒberzeugt mit einer Bully-Quote von 70 Prozent. Dagegen enttĂ€uscht Topskorer Dominik Kubalik mit nur einem Abschluss. Auch Jan Kovar (nur 5 von 15 gewonnene Bullys) macht keine Werbung in eigener Sache. Und Tomas Tatar schleicht am Ende mit einer Minus-3-Bilanz vom Eis.

Beim EV Zug heisst es jetzt: Nicht nachdenken, siegen. Ob er am Sonntag im zweiten Spiel nach diesem Grundsatz zurĂŒckschlagen kann? Fortsetzung folgt.
 
Dann hat man sicher den Pommeskopf und den lĂ€cherlichen ZKB Spot mit verhandelt, nein natĂŒrlich nicht, wer zahlt befiehlt. So lĂ€ufts, ausser es betrifft die Fans die haben nichts zu melden.
Pommeskopf und der ZKB Song mit den Lyrics ist bestimmt ZKB Sache aber dass HP dort drin tanzt war ganz bestimmt sein Wunsch und Entscheidung. WĂŒrde m.E. auch im Einklang sein mit anderen Auftritten.
 
Pommeskopf und der ZKB Song mit den Lyrics ist bestimmt ZKB Sache aber dass HP dort drin tanzt war ganz bestimmt sein Wunsch und Entscheidung. WĂŒrde m.E. auch im Einklang sein mit anderen Auftritten.
Die ZKB rĂŒhmt sich ja fĂŒr Gleichberechtigung zu stehen, nur Sitzt in der GL und im VR jeweils nur eine Frau und in der GL erst seit 2025, das Übliche halt, hab den Spott gestern zum ersten mal wirklich gesehen und der ist wirklich peinlich, auf den Pommeskopf haben die Kids null reagiert ganz im Gegensatz zu Kolin den lieben sie.
 
Zuger Zeitung
23.03.2026

Wer sie vorne nicht macht...
Das Defizit ist die EffektivitĂ€t: Ein starker EV Zug verlangt dem HC Davos alles ab, doch zieht mit 0:2 den KĂŒrzeren.

Es gibt Niederlagen und Niederlagen. Einige sind voraussehbar, andere verdient. Und dann gibt es noch die Niederlagen der ganz bitteren Art. Und als solche darf jene des EV Zug gegen den HC Davos eingestuft werden. Denn die mit enorm viel Selbstvertrauen angereisten BĂŒndner (12 Siege in den letzten 13 Spielen) kommen lange Zeit nicht in den Flow und suchen vergeblich nach Lösungen. Doch am Ende gewinnen sie nach dem erfolgreichen Auftakt am Freitag ein zweites Mal.

Die 0:2-Niederlage schmerzt extrem. Sven Senteler hadert: «Wir haben gegenĂŒber dem ersten Spiel viele Sachen verbessert und waren sogar die bessere Mannschaft. Wir hĂ€tten den Puck einfach irgendwie reinwĂŒrgen mĂŒssen. Vielleicht haben wir es zu wenig erzwungen.» Gelegenheiten erarbeitet sich der EV Zug zuhauf. Oft sind es wenige Zentimeter, die zu Gunsten des HC Davos den Ausschlag geben. Was man dem EV Zug zugutehalten muss: Man hat das GefĂŒhl, dass auf dem Eis eine Einheit am Werk ist, die in der Rolle des Underdogs alles Mögliche versucht, um den Favoriten ins GrĂŒbeln zu bringen.

Topskorer Kubalik hat keinen Platz
Trainer BenoĂźt Groulx hatte vor dem Spiel eine diffizile Entscheidung zu treffen, was das auslĂ€ndische Personal betrifft. Setzt er einen StĂŒrmer aus dem Startspiel auf die TribĂŒne, um einen frischen Impuls zu setzen? TatsĂ€chlich, Groulx statuiert ein Exempel und verbannt mit Dominik Kubalik den 23-fachen SaisontorschĂŒtzen und Topskorer auf die TribĂŒne. Angesprochen auf den Entscheid, gibt sich der Trainer wortkarg: «Menschlich war das sehr schwierig, weil ich ihn mag. Doch ich musste aus sportlichen GrĂŒnden entscheiden.» Weitere ErklĂ€rungen sind dem Frankokanadier nicht zu entlocken.

Die Massnahme war insofern keine Überraschung, da der Tscheche in den letzten Wochen trotz seiner hervorragenden Anlagen die Kastanien nicht aus dem Feuer holen konnte. Ob er gestern gegen den HCD dazu fĂ€hig gewesen wĂ€re, darĂŒber kann nur spekuliert werden. Statt Kubalik darf GrĂ©gory Hofmann das Topskorer-Gewand tragen. Dieser kann aber nicht fĂŒr die Differenz in diesem Spiel sorgen. All seine Schussversuche werden zur Beute von Goalie Sandro Aeschlimann oder verfehlen das Tor.

Klar ist: Um dem Titelfavoriten die Stirn zu bieten, muss der EVZ sein Potenzial abrufen – und vor allem: Die StĂ€rken des HCD neutralisieren. Und tatsĂ€chlich: Das Vorhaben, mit frĂŒher Störarbeit den Spielfluss des Gegners zu stoppen, kann in RealitĂ€t umgesetzt werden. Die Zuger sind wacher, kreativer und zielstrebiger. Sie kommen dank Hofmann, Andreas Wingerli (Pfostenschuss) und David Sklenicka zu Top-Möglichkeiten.

FĂŒr Wingerli ist es nach ĂŒber einem Monat Verletzungspause der erst zweite Einsatz. Der schwedische FlĂŒgelstĂŒrmer gehört zu den auffĂ€lligsten Figuren. Im Mitteldrittel scheitert er knapp. Eine Minute spĂ€ter ist dem EVZ wie schon in Drittel eins das GlĂŒck nicht hold, als Mike KĂŒnzle nur den Pfosten trifft. In dieser Phase betreibt Zug Chancenwucher. HaarstrĂ€ubend ist die vergebene Chance des vom HC Thurgau ausgeliehenen StĂŒrmers Livio Truog. Aeschlimann liegt bereits geschlagen am Boden, doch Truog bringt das KunststĂŒck fertig, den Puck nicht ins leere Tor zu befördern. Die Nerven der Zuger Fans werden auf eine grosse Belastungsprobe gestellt. FingernĂ€gelkauen in der OYM Hall.

Das grösste Manko im Spiel liegt auf der Hand: Die mangelnde Chancenverwertung. Den GĂ€sten gelingt es mehrmals, heikle Momente zu ĂŒberstehen. Und es bewahrheitet sich dann die alte Weisheit, dass sich fehlende Effizienz in den meisten FĂ€llen rĂ€cht. Der Qualifikationssieger schlĂ€gt gnadenlos zu. Und der Gegentreffer in der 33. Minute ist beileibe nicht zwingend. Ein HCD-Spieler stösst Livio Stadler in Goalie Leonardo Genoni hinein, der dadurch seinen Stock und vor dem Tor auch die Übersicht verliert.

Es scheint, als ob der RĂŒckstand Zug den Stecker gezogen hĂ€tte. Das Team hat viel Aufwand betrieben und muss etwas Federn lassen, bis es kurz vor Schluss doch noch einmal hektisch wird. Im Powerplay vergibt Tomas Tatar eine weitere riesige Möglichkeit.

Trainer Groulx ist enttÀuscht, aber betont gleich nach dem Spiel: «Man muss dem Gegner Respekt zollen. Davos ist nie in Panik geraten.» Im gleichen Atemzug betont er, dass es nun nur eine Option gÀbe: abhaken und vorwÀrtsschauen. «Es ist nicht der Moment, um frustriert zu sein. Dieses Spiel muss uns Mut geben.»
 
nzz.ch
23.03.2026

Weil die Offensive stillsteht, verliert der EV Zug erneut – und auf der TribĂŒne flucht der ĂŒberzĂ€hlige TorschĂŒtzenkönig
Der EV Zug verliert gegen den HC Davos die zehnte Play-off-Partie in Folge. Dem Gastgeber gelingen null Tore. Vielleicht auch, weil der letztjĂ€hrige TorschĂŒtzenkönig Dominik Kubalik vom Trainer BenoĂźt Groulx zur UntĂ€tigkeit verdammt wird.

Etwas mehr als 32 Minuten sind in der «Oym Hall» gespielt als Livio Truog, ein junger Leihspieler aus der Swiss League in Diensten des EV Zug, die FĂŒhrung verpasst. Im Gegenzug trifft Simon Knak fĂŒr den Qualifikationssieger Davos. Hoch oben ĂŒber dem Eis sitzt Dominik Kubalik adrett in Hemd und Anzug gekleidet, nippt an einer Flasche RhĂ€zĂŒnser und flucht: «Wollt ihr mich eigentlich verarschen?».

Aus Kubalik spricht zunĂ€chst einmal der Frust ĂŒber die Sequenz, diese Laune des Schicksals, die dem EVZ in den letzten zwei Jahren so unfreiwillig vertraut geworden ist. Aber vermutlich schon auch der Missmut ĂŒber die Gesamtsituation. Denn Kubalik, 30, wurde vom kanadischen Trainer BenoĂźt Groulx als Reaktion auf die 3:4-Auftaktniederlage vom Freitag auf die TribĂŒne verbannt. Es ist ein heikler, ein kontroverser Entscheid, den Groulx da traf. Nachfrage bei Kubalik: Sind Sie fit? «Ja. Ja, bin ich», sagt der. Und dann fĂŒgt er an: «Es ist, wie es ist.»

Der einst in Zug beschĂ€ftigte TorhĂŒter Sandro Aeschlimann feiert einen Shutout
Kubalik war 2024/25 im HC Ambri-Piotta TorschĂŒtzenkönig geworden, ein paar Jahre zuvor sogar Liga-Topskorer. Und hat in dieser Saison fĂŒr den EVZ 22 Treffer erzielt. Es gibt defensive MĂ€ngel in seinem Spiel, das ist nicht zu negieren. Aber sechs AuslĂ€nder auszuwĂ€hlen, auf Kubalik zu verzichten und dafĂŒr die in dieser Saison notorisch ungenĂŒgenden tschechischen StĂŒrmer Jan Kovar und Daniel Vozenilek aufzustellen, das hat etwas Eigenwilliges. Nachfrage bei Groulx: Wie kam es dazu? «Es war mein Entscheid», sagt der Frankokanadier, obwohl ĂŒberhaupt niemand etwas anderes behauptet hatte, wessen Entscheid sollte es auch sonst sein? Und auf die Nachfrage, ob er das GefĂŒhl habe, dass diese Patrone nach hinten losgegangen sei, antwortet er unwirsch: «Nein, ĂŒberhaupt nicht.»

Was dieses Fazit angeht, kann man geteilter Meinung sein. Der EVZ erspielte sich am Sonntagabend viele Chancen. Wieder und wieder scheiterte das Team am vorzĂŒglichen Davoser TorhĂŒter Sandro Aeschlimann, der in Zug einst seine ersten Gehversuche im Profisport machte, beim lĂ€ngst eingestellten Farmteam EVZ Academy fĂŒr einen Monatslohn von weniger als 500 Franken. Mit jeder vergebenen Chance musste man unweigerlich denken, wie es wohl wĂ€re, wenn der EVZ einen Goalgetter in seinen Reihen hĂ€tte. Einen wie Kubalik, der im fahlen Licht unter dem Stadiondach der Dinge harrte.

Groulxs Beschluss erinnert ein bisschen ans FrĂŒhjahr 2013 als Doug Shedden, einer der VorgĂ€nger des Trainers, in der entscheidenden siebenten Partie der Play-off-Halbfinalserie in Bern den Liga-Topskorer Linus Omark auf die TribĂŒne und durch den 38 Jahre alten Domenico Pittis ersetzte. Auch jene Partie verlor der EVZ. 1:4 hiess es auf der Resultatanzeige, und anschliessend in den Gazetten, dass Zug einen wie Omark hĂ€tte gebrauchen können, im wichtigsten Spiel des Jahres.

Diese Charakteristik hatte die Partie vom Sonntag fĂŒr den EVZ nicht, noch nicht. Aber die Zuger befinden sich in einer prekĂ€ren Situation. Die Parallelen zum Vorjahr sind augenfĂ€llig: Schon damals scheiterte das Team im Viertelfinal an Davos, 0:4 hiess das brutale Verdikt. Gegen Ende der Serie liessen sich die Zuger damals völlig gehen, sie leisteten sich Frustfouls; fĂŒr das ĂŒbelste Vergehen wurde der StĂŒrmer Mike KĂŒnzle fĂŒr sieben Spiele gesperrt. Vozenilek schien am Sonntag in der Schlussminute ins alte Fahrwasser zurĂŒckzufallen.

Es gibt wenig, was in dieser Viertelfinalserie, dieser Saison noch fĂŒr Zug spricht. Die Wirkung des im Januar nach einem verblĂŒffenden Schwall von zehn Niederlagen in Folge vorgenommenen Trainerwechsels ist ĂŒberschaubar. Groulx war eine ĂŒberraschende Wahl fĂŒr die Nachfolge des entlassenen Michael Liniger. Der 58-JĂ€hrige hatte in seinem Leben null BerĂŒhrungspunkte mit dem Schweizer Eishockey, ehe er am 21. Januar in Zug vorgestellt wurde. Seine letzte Station war Tscheljabinsk in der KHL gewesen, wo er 2024 – also lange nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine – unterschrieben hatte. Der Sportchef Reto KlĂ€y begrĂŒndete die Nomination von Groulx so: «Wir brauchten eine andere Persönlichkeit, einen Stilwechsel. Und suchten einen Feuerwehrmann.»

Aber im EVZ gab und gibt es in diesem Winter so viele BrĂ€nde, dass sie alle zu löschen fĂŒr einen einzigen Feuerwehrmann eine kniffliges Unterfangen darstellt. Ohne wundersame Wende wird es in Zug einiges aufzuarbeiten geben. Schon 2025 hatte der Klub einen finanziell aufwendigen FrĂŒhjahrsputz vorgenommen und sich unter Kostenfolge von gleich drei AuslĂ€ndern getrennt. Die Verpflichtung von Kubalik sollte eine Trendwende einlĂ€uten; dass er in den Play-offs ĂŒberzĂ€hlig an einem Mineralwasser nippt, hĂ€tte sich im Sommer niemand trĂ€umen lassen.

Das Zuger Frauenteam steht vor dem Meistertitel
Man muss sich nichts vormachen: HĂ€tten der EVZ und Groulx diese Partie gewonnen, wĂ€ren die Zeitungsspalten voll mit Ehrerbietungen dazu, wie viel Mut dieser von allzu viel lĂ€stiger Detailkenntnis ĂŒber die National League und die alten Heldentaten Kubaliks eben genau verschonte Coach mit dieser umsichtigen Entscheidung doch gezeigt habe. Kubalik ĂŒberzĂ€hlig? Genial. Der Sieger hat im Sport immer recht. Aber gewinnen mĂŒsste man halt, das ist schon die Voraussetzung.

Es ist wahrscheinlich, dass in den kommenden Tagen die nĂ€chste EVZ-Saison frĂŒh und jĂ€h endet. Aber immerhin kann sich die Organisation damit trösten, dass das Frauenteam vor der Titelpremiere steht. Im Play-off-Final fĂŒhrt Zug, angefĂŒhrt von der ĂŒberragenden Schweizer NationalstĂŒrmerin Lara Stalder, gegen den SC Bern 2:0. Am Mittwoch können die Zugerinnen vor eigenem Anhang den Konfettiregen herbeifĂŒhren; am Samstag eilten mehr als 4000 Zuschauer herbei, um den Auftaktsieg zu bejubeln. Der EVZ agiert schon die ganze Saison ĂŒber so dominant, dass die Trainerin Daniela Diaz es sich vermutlich leisten könnte, die Liga-Topskorerin Stalder auf die TribĂŒne zu verfrachten, ohne dass diese dort allzu viel zu fluchen hĂ€tte. Zug hat 26 von 28 Qualifikationspartien gewonnen. Und ist im Play-off ungeschlagen.

Aber Diaz ist ehemalige Nationaltrainerin, sie ist lange genug im GeschĂ€ft, um zu wissen, dass die Play-offs nicht die Zeit fĂŒr Experimente ist. In der EVZ-Organisation sahen das am Sonntag nicht alle so.
 
Spannend, wie jetzt mit der Aufstellung bzw. der Nicht-BerĂŒcksichtigung von Kubalik "gehadert" wird.

Keiner weiss, ob das Spiel mit ihm in der Aufstellung einen anderen Ausgang genommen hĂ€tte. Dass aber ein "Topskorer" der am 24. Januar zum letzten mal getroffen hat, mit 39 Punkten und einer -7 Bilanz, in der aktuellen Form potentiell mehr Risiko fĂŒr die eigene Mannschaft darstellt als fĂŒr den Gegener, könnte auch als realistische Betrachtungsweise herangezogen werdenđŸ€·â€â™‚ïž

Ist aber alles nur Spekualition...
 
Spannend, wie jetzt mit der Aufstellung bzw. der Nicht-BerĂŒcksichtigung von Kubalik "gehadert" wird.

Keiner weiss, ob das Spiel mit ihm in der Aufstellung einen anderen Ausgang genommen hĂ€tte. Dass aber ein "Topskorer" der am 24. Januar zum letzten mal getroffen hat, mit 39 Punkten und einer -7 Bilanz, in der aktuellen Form potentiell mehr Risiko fĂŒr die eigene Mannschaft darstellt als fĂŒr den Gegener, könnte auch als realistische Betrachtungsweise herangezogen werdenđŸ€·â€â™‚ïž

Ist aber alles nur Spekualition...
Die besten sollen Spielen... wurde doch immer gefordert
 
Die besten sollen Spielen... wurde doch immer gefordert
Nur: wer ist in diesem Moment der beste?
Kuba oder Voze? Die lassen sich ja nur schwer vergleichen, da sie ganz andere Rollen ĂŒbernehmen.
Kubas Rolle wÀr ja eher mit einem Hofi oder Wingerli gleichzusetzen, aber die beiden sehe ich aktuell als besser an. Nicht in Punkto Ausbeute, das war insbesondere gestern alles mies. Aber Körpersprache, Energie, Einsatz war definitiv besser als bei Kuba.

Ich wĂŒrde grade nicht in Groulx' Haut stecken wollen.
 
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