Ich wollte eigentlich nicht mehr schreiben. Aber doch noch etwas - mehr makroeben als mikroebene..
Wir kommen von kanadischem hockey und shedden zeiten wo man gutes, aber brotloses hockey spielte (zumindest ich war meist unterhalten auch wenn die tanks dann zu oft leer waren am ende). Hier ein kleiner einschub, der evz ist in der unterhaltungsbranche tätig. Man sollte also ein produkt bieten, welches mit kino, pubs, netflix, konzerten etc etc. ko kurriert und die leute unterhält.
Auf diese zeit wurde reagiert und man brachte mehr ordnung und struktur ins geschehen. Ein nordischer coach, schwedische spieler, das oym etc. und siehe da, gepaart mit einer vision und einigen königstransfers hat man erreicht was man wollte. Man war am ziel. Unterhaltsames und attraktives, erfolgreiches hockey mit diversen finals und mehreren titeln als krönung.
Der eingeschlagene weg scheint perfekt. Man will darauf aufbauen und weiter in diese erfolgreiche richtung gehen. Allen anderen voraus sein. Man wird spieler wie bachofner rüfenacht etc los. Diese hatten zuviel dreck. Man kontrolliert ernährung, man baut ein frauen team auf weil diversity ja gefragt ist heutzutage, man akzeptiert mir nichts dir nichts fehlentscheide von schiedsrichtern und verband. Und man ist so stolz und fühlt sich vom erfolg bestätigt, dass auch spieler wie suri, diaz etc gehen gelassen werden. Man sich nicht mit dem academy team einigen kann. Man wird cleaner, saubermann der liga und „keeps building“.
Der erfolg nun plötzlich weg. Man hat fragen. Ok man entlässt die schweden. Man holt mehr tschechen - schliesslich die weltmeisternatio. Und unser captain und ehemaliger amtreiber. Aber voze spielstil wird kastriert (teils wohl zu recht da unsere liga schlicht zu weich ist - aber siehe auch kommentar oben zu umgang mit ligajustiz etc, stattdessen soll lieber voze sich einkriegen, nur dass ein 80-90% voze halt nicht mehr der ist der er eigentlich sein könnte..). Auch andere spieler werden ins korsett gedrückt. Bauen ab nachdem sie integriert wurden. Schliesslich hat man ja das clean concept - man wurde vom halbfinalisten zum doppelmeister und zum krösus des dameneishockeys, sprich man weiss wie es geht.
Symptome wie „monten verlängern, den langzeit bekannten und assistenzcoach zum headcoach machen, der zkb song etc etc sind doch nur anzeichen und spitze des eisbergs. Meiner meinung nach ist es wie ein pendulum. Man kann zu dreckig sein und das pulver verschiessen, keine organisation haben, ständig auf der strafbank sitzen etc. oder eben auch zu clean und brav und durchschaubar sein. Wir kamen von a nach b und hatten das hoch in der mitte. Eine ideale balance. Doch das pendulum schwingte weiter und weiter nach b. Auch ein tagnes konnte dies nicht stoppen. So haben wir heute eine nomminell starke mannschaft, ein modernes trainingszenter und alles was man bräuchte, aber zwingt es ins korsett und nichts klappt mehr.
Man muss erkennen dass es mehr dreck braucht. Nicht einfach nur masse. Sondern dreck. Mal ne dumme strafe akzeptieren. Ne zerbrochene tafel, ein fliegender becher. Eine aussage zur ligajustiz, und halt auch mal ne runde saufen im team und von mir aus auch mal wegen hagover ein spiel verkatert verlieren. Den spielern die ganz klar talent und können besitzen, auch den freiraum lassen dieses spiel zu spielen. Denn es bleibt ein spiel. Es bleibt unterhaltung. Und hockey lebt von emotionen, von etwas dreck. Ich brauche keine 25 athlethen mit vorbildfunktion als perfekte familienväter die brav ihr mineralwasser trinken und gemüse essen. Ich will unterhatung. Ich will leidenschaft (nicht leiden, sondern leidenschaft). Ich will emotionen. Ich will ein team sehen.
Und nur um diejenigen zu beruhigen, die jetzt auf einzelaussagen eingehen:
Ich hab nichts gegen das damenteam. Ich finde es toll was die damen leisten. Ich habe auch nichts gegen familienväter (bin selber einer). Ich habe auch nichts grundsätzliches gegen das oym. Aber wenn ich alles ins grosse ganze einfüge ergibt sich für mich klar ein muster und ein bild. Und dies zeigt mir dass wir zu clean sind. Als einzelspieler, als team, als organisation. Der eingeschlagene weg war gut und richtig, doch man konnte es nicht in balance halten und muss nun zurückrudern. Auch wenn dies heisst über seinen schatzen zu springen und einzugestehen dass etwas falsch lief. Hier luegt für mich das problem.